Timeline: Juden in St. Pölten
Um 1300

Erste Nachrichten über Juden in St. Pölten

1306

Pogrom unter dem Vorwurf der Hostienschändung

1338

Pulkauer Verfolgungen; möglicherweise auch in St. Pölten

1420/21

»Wiener Gesera«: Ermordung und Vertreibung der Juden aus Wien und Niederösterreich durch Herzog Albrecht V.

Ab ca. 1600

Erneute Ansiedlung von Juden in Wien und Niederösterreich; zahlreiche kleine Gemeinden und Niederlassungen, nicht aber in St. Pölten

1670/71

Zweite Vertreibung aus Wien und Niederösterreich

1782

Toleranzpatent Josefs II. Ansiedlungsverbot in Niederösterreich wird gelockert. Juden dürfen sich niederlassen, wenn sie eine Fabrik gründen oder ein »nützliches Gewerbe« ausüben.

1788?1848

Aufenthalt von Wanderhändlern und Versuch des Fabrikserwerbs durch Nathan Wiener

1848

Als Errungenschaft der Revolution Verbesserung der bürgerlichen Rechte der Juden

1851

Betraum in der Kattunmanufaktur von Nathan Wiener, der späteren Gasser-Fabrik

1852

Bestätigung des Status einer gemeindeähnlichen Organisation, Anstellung eines Religionslehrers

1859

Anlage des alten jüdischen Friedhofs in der Teufelhoferstraße (heute: Pernerstorferplatz)  

1863

Statuten der »Israelitischen Religionsgenossenschaft« in St. Pölten werden von der Statthalterei bestätigt.

1885?1890

Umbau eines Fabriksgebäudes der Gasser-Fabrik zur (alten) Synagoge in der Schulpromenade 22 (heute: Dr. Karl Renner-Promenade)

1891

Gründung der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) St. Pölten

1906

Anlage des neuen Friedhofs in der Karlstettner Straße 3

1912/13

Bau der neuen Synagoge an der Ostmauer des Vorgängerbaus.
Die IKG St. Pölten mit ca. 800 Mitgliedern umfasst die Bezirke
St. Pölten und Lilienfeld sowie die Gerichtsbezirke Melk, Neulengbach und Purkersdorf (inklusive Hadersdorf-Weidlingau).

12. März 1938

»Anschluss«, Nazis veranstalten »Reibpartien«. Am 9./10. November wird die Synagoge im Inneren völlig zerstört.

1940

Die letzten Juden müssen St. Pölten verlassen. Die IKG wird aufgelöst und in die IKG Wien eingegliedert. 

1947/48

Heimkehr weniger Familien aus der Emigration. Ca. 370 Gemeindemitglieder wurden in der Shoa ermordet.

Nach 1945 bis heute keine neue Gemeindegründung.

Seit 1988 ist das Institut für jüdische Geschichte Österreichs in der ehemaligen Synagoge St. Pölten untergebracht.