Brauhaus
Name:
Brauhaus
Auch bekannt als:
Bräuhaus
Adresse:
Parkstraße 4
Auch bekannt als:
L 506
In dem Gebäude in der Parkstraße 4 befand sich vor der Ghetto-Zeit ein Brauhaus, behielt aber auch darüber hinaus diesen Namen bei. Mit der Zwangsumsiedelung von Jüdinnen und Juden in das Ghetto wurde rasch klar, dass sie und ihr Gepäck Entlaust werden mussten, da schon viele zuvor unter erbärmlichen Zuständen in Massenquartieren, Lagern und Sammelwohnung lebten, in denen sich schon Parasiten und Krankheiten ausgebreitet hatten. Waren es Anfangs pro Transport noch wenige Fälle von Läusen, die das "Entwesungs"-System schon an seine Grenzen führte, wurde es mit den Massentransporten - vor allem aus Wien - immer schlimmer. Kleinere Stationen in der Dresdner- und Hohenelber-Kaserne waren nicht ausreichend, die maschinelle und auch chemische Ausrüstung war zu schwach oder schlecht, die personelle Ausstattung - sowohl an den "Entwesern" als auch dem ganzen - vor allem für Alte und Kranke benötigte - Hilfspersonal war viel zu gering, unterschiedliche Zonen für bereits Behandelte und Unbehandelte waren nicht vorhanden, etc. Deswegen wurde im Herbst 1942 wurde die "Entwertung" im Brauhaus untergebracht, da auf die Brauereikessel zurückgegriffen wurde - sowohl um das Wasser zu erhitzen, als auch Gepäck und vor allem Bettrollen (Matratzen und Bettwäsche) thermisch zu behandeln. Doch sind Brauereikessel nicht auf derartige Temperaturen ausgerichtet, so dass sie rasch überlastet warne und mehrfach zu brennen begannen - die Ausfälle führten in der Folge wieder zu vermehrten Laus-Epidemien. Im April 1943 wurden die Kessel rekonstruiert, so dass eine leistungsfähige Desinfektion mit Bad und Hitzekammer für die Betrollen entstand. Zusätzlich beherzten die Kessel auch die Fernheizzentrale an der drei Großküchen, die Reitschule und kleine Betriebe angeschlossen waren. Das Gepäck wurde zuvor "ausgehungert" also sechs bis acht Wochen in Quarantänen gesetzt, doch breiteten sich so die Läuse wiederum schneller aus, so dass im Hof des Brauhauses in den ehemaligen Hühnerställen Gaskammern für die Koffer errichtet wurden, in denen vor allem Zyklon B zum Einsatz kamen.
Straßenansicht
Genannt in Tagebucheintrag:
