Hannover-Kaserne

Name: Hannover-Kaserne
Auch bekannt als: B IV
Adresse: Hauptstraße 1
Die Hannover-Kaserne lag zwischen der Magdeburger-Kaserne und der Bäckerei und diente vor der Ghettozeit hauptsächlich als Verpflegungsmagazin. Später wurden hier arbeitende Männer sowie eine Zentralküche untergebracht. Die Kaserne war nicht an das Wasserleitungsnetz angeschlossen, sodass das Wasser aus einem Brunnen im Hof bezogen werden musste – dieses war verunreinigt und führte zu Durchfallerkrankungen und Seuchen. Die Verhältnisse waren wegen der fehlenden Heizung und fehlendem Wasseranschluss katastrophal. Dazu kam die massive Überbelegung: Im Oktober 1943 lebten 2.555 Menschen in den Zimmern und 700 am Dachboden – für sie standen 3.050 Betten zur Verfügung. Im Dachgeschoss war eine Krankenstation mit 21 Betten, im Erdgeschoss eine Ambulanz. Wie aus den "Mitteilungen der jüdischen Selbstverwaltung" hervorgeht, war hier auch eine Wäschesammelstelle, die die einzelnen "Geschäfte" mit Kleidung versorgte, die vornehmlich aus abgenommener Kleidung, sowie der Kleidung von Verstorbenen stammte. Rudolf Tintner lebte zunächst in Raum 66, später in Raum 194, bevor er in die Lange Straße umzog. Bis dahin befand sich auch sein Büro im Gebäudekomplex. Seine Großnichten, die Zwillinge Anna und Liselotte Tintner, wohnten ebenfalls hier. Im Innenhof fanden Kultur­ veranstaltungen statt, unter anderem Aufführungen des Kabaretts von Walter Lindenbaum. Im Winter 1944/45 wurde in der Hannover-Kaserne eine größere Quarantäne-Station eingerichtet.
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