Feldmarschall Leutnant Johann Georg Friedländer

Geburtsdatum: 1882-11-05, Bern
Beruf: Feldmarschall Leutnant i.R.
Vater: Hugo
Mutter: Wilhelmine geb. Brecht
Ehepartner/in: Leona Abel(es)
Wurde am 1942-10-01 abgemeldet.
Zwangsadresse: Czerningasse 23/19, Wien 2
Johann Georg Friedländer wurde am 1943-09-02 nach Theresienstadt deportiert und am 1944-10-12 nach Auschwitz überstellt.
Lagerberuf: Leitung der katholische Gemeinde

Johann Georg Friedländer stammte aus einer jüdischen Familie, die bereits 20 Jahre vor seiner Geburt zum katholischen Glauben konvertiert war. Sein Vater Hugo war Gymnasialprofessor für Philologie. Deswegen zog die Familie oft um, sodass die fünf Kinder in unterschiedlichen Städten des gesamten deutsch-s­prachigen Raums zur Welt kamen. Johann wurde am 5. November 1882 in Bern geboren. Nach dem unerwarteten Tod seines Vaters 1900 zog die Familie nach Wien, wo Johann das Akademische Gymnasium und später die Infanterie-Kadetten-Schule in Hütteldorf sowie den Generalstabskurs besuchte. Er diente in Königgrätz und Dubrovnik, wo er Leona Abel (ursprünglich Abeles) heiratete, eine Budapester Jüdin, die ebenfalls die Taufe gewählt hatte.

Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in Serbien und Italien, wurde verwundet, kehrte jedoch an die Front zurück. Im Februar 1918 wurde er hochdekoriert ins Kriegs­ministerium berufen. 1931 wurde er Leiter der Ausbildungsabteilung und später Leiter des General-Truppen-Inspektorats. Am 1. April 1937 schied er aus dem aktiven Dienst aus.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozia­listen wurde er als „Volljude“ eingestuft, da er sich weigerte, sich von seiner nach den „Nürnberger Rassengesetzen“ „volljüdischen“ Frau scheiden zu lassen. Aufgrund seiner hohen militärischen Stellung, der vielen Auszeichnungen und dank Intervention ehemaliger Kollegen konnte er relativ lange in seiner Wohnung in Hietzing, Wien XIII, bleiben und wurde erst im Herbst 1942 in eine Sammelwohnung umgesiedelt.

Am 2. September 1943 wurden Johann und Leona Friedländer nach The­resienstadt deportiert. Johann war dort als „der General“ bekannt – Rudolf Tintner nannte ihn aufgrund seiner Leitungsfunktion in der katholischen Gemeinde, „Exzellenz“. Leona verstarb am 21. Mai 1944 in The­resien­stadt. Johann wurde am 12. Oktober 1944 nach Auschwitz überstellt und dort ermordet.

Genannt in Tagebucheintrag:
Stammbaum
Hugo?Wilhelmine Brecht?Feldmarschall Leutnant JohannGeorg Friedländer1882 – 1945Leona MargareteFriedländergeb. Abel(es)1872 – 1944 Fokus-Person Verlinkt Partner/in Abstammung Partnerschaft
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