Dipl.-Ing. Ernst Gerson

Geburtsdatum: 1896-10-17, Hamm
Todesort: Auschwitz
Beruf: Pfarrer, Mönch, Lehrer
Vater: Max
Mutter: Bertha geb. Meyenberg
Zwangsadresse: Adambergergasse 10/8, Wien 2
Ernst Gerson wurde am 1942-09-10 nach Theresienstadt deportiert und am 1944-09-29 nach Auschwitz überstellt.
Ghetto-Adresse: Hauptstraße 1, Theresienstadt

Ernst Gerson wurde am 17. Oktober 1896 im nordrhein-westfälischen Hamm in eine wohlhabende, zum evangelischen Glauben konvertierte Familie geboren. Sein Vater Max gründete den Vorläufer der Deutschen Bank, starb jedoch früh. Trotz seines jungen Alters nahm Ernst am Ersten Weltkrieg teil und schloss sich nach dem Krieg offenbar polnischen Freikorps an. In dieser Zeit trat er in die katholische Kirche ein. Nach seiner Rückkehr absolvierte er ein Ingenieursstudium und arbeitete als Lehrer für Mathematik und Physik in Wadersloh, zudem trat er den katholischen Schulbrüdern bei und nahm den Ordensnamen Bruder Alfons Beda an. Da ihm jedoch die volle Aufnahme – trotz abgelegtem Gelübde – verweigert wurde, trat er aus und begann unter seinem bürgerlichen Namen Gelder für Filme des Bonifatiuswerks einzuwerben und Vorträge zu halten.

Mit Inkrafttreten der „Nürnberger Rassengesetze“ verließ er Deutschland und trat bei den Schulbrüdern im steirischen Laubegg ein. Nach der NS-Macht-Übernahme in Österreich zog er nach Wien-Strebersdorf, wo ihm erneut die volle Aufnahme bei den Schulbrüdern verweigert wurde, weshalb er wiederum austrat. Da er sich nicht als Jude sah, ersuchte er um Befreiung von der Verordnung, den „Zusatznamen“ Israel tragen zu müssen, was aber unbeantwortet blieb. Seine Kennkarte unterschrieb er deswegen mit „Ernst (Israel?) Gerson“. Aufgrund seiner Lehrerfahrung arbeitete er in der Schule für „christliche und konfessionslose nicht-arische Kinder“ im 4. Wiener Gemeindebezirk und musste mehrfach seine Wohnung wechseln. Ein Monat nach der Einstellung des Unterrichts wurde Ernst Gerson am 10. September 1942 nach The­resien­stadt deportiert, wo er sich umgehend bemühte, eine katholische Gemeinde zu gründen. Dies wurde ihm bereits fünf Tage später genehmigt. Am 29. September 1942 las er die erste Messe, zudem hielt er Vorträge zu religiösen Themen, die nicht zum normalen Veranstaltungsprogramm der „Selbstverwaltung“ gehörten und daher nicht in den Ankündigungen aufschienen. Am 29. September 1944 wurde Ernst Gerson nach ­ Auschwitz überstellt und dort ermordet.

Transportliste: doew.at
Genannt in Tagebucheintrag:
Stammbaum
Max?Bertha Meyenberg?Dipl.-Ing. ErnstGerson1896 – ? Fokus-Person Verlinkt Partner/in Abstammung Partnerschaft