Rudolf Franz Georg Haindl
Zeleborgasse 8, Wien 12
Rudolf Franz Georg Haindl wurde am 16. Juni 1912 in Wien geboren. 1938 trat er der SS bei und arbeitete von 1940 bis 1942 in der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ direkt unter Alois Brunner (Brunner I). In dieser Funktion bereitete er die Deportation der österreichischen Jüdinnen und Juden vor. 1942 wurde er in die „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ nach Prag, im Spätsommer 1943 als Aufseher nach Theresienstadt versetzt. Dort stieg er rasch zum Vertreter des Lagerinspektors auf.
Rudolf Haindl war für seine Grausamkeit berüchtigt und wird in vielen Überlebenden-Berichten namentlich genannt. Er durchstreifte das Ghetto mit dem Fahrrad und durchsuchte, verhaftete und misshandelte wahllos Häftlinge. Am 28. Februar 1945 legte er Brände im Ghetto und verbot zunächst, die Feuerwehr zu rufen. Seinen letzten Brand legte er am 4. Mai 1945, am Tag der Flucht der SS. Er floh vor der Roten Armee nach Salzburg und versteckte sich in Adnet bei Hallein, wo er von der Gendarmerie verhaftet wurde.
Am 17. Oktober 1947 wurde er an die Tschechoslowakei ausgeliefert, wo ihm in Litomerice der Prozess gemacht wurde. Er behauptete, nicht gewusst zu haben, wohin die Transporte gingen – obwohl er selbst mitgefahren war – und lediglich aus Karrieregründen SS-Mitglied gewesen zu sein. Zur Todesstrafe verurteilt, wurde er am 17. September 1948 gehängt.
