Dr. Ernst Rosenbaum
Ernst Rosenbaum wurde am 27. Juli 1893 in Groß-Enzersdorf geboren, studierte an der Universität Wien Medizin und ordinierte als praktischer Arzt im 9. Bezirk, wo er mit seiner verwitweten Mutter Anna lebte. Während des Ersten Weltkriegs diente er als Sanitätsrat und wurde zum Oberleutnant befördert. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit hatte er von seinem verstorbenen Vater einen kleinen Gutshof im Norden Wiens übernommen und handelte mit Getreide und Spirituosen.
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten erhielt er Berufsverbot, durfte seine Wohnung jedoch vorerst behalten. Seine Mutter wurde am 10. September 1942 nach Theresienstadt deportiert, er folgte zwei Wochen später. Im selben Transport befanden sich auch Friederike Stern und ihre Mutter Julie. In Theresien stadt heirateten Ernst und Friederike. Ernst arbeitete im Krankenhaus in der Hohenelber-Kaserne. Seine Mutter Anna verstarb am 8. Februar 1943 an den katastrophalen Bedingungen.
Julie wurde am 16. Mai 1944 nach Auschwitz überstellt und nach der Ankunft ermordet. Ernst und Friederike wurden mit dem sogenannten „Ärzte-Transport“ am 19. Oktober 1944 ebenfalls nach Auschwitz deportiert. Friederike wurde wahrscheinlich direkt nach der Ankunft ermordet. Ernst wurde acht Tage später nach Dachau überstellt, wo er am 4. Februar 1945 verstarb.
