Leopoldine Scheuch
Leopoldine Scheuch, genannt „Fräulein Poldi“, war die älteste und treueste Mitarbeiterin von Rudolf Tintner. Sie lebte in St. Pölten am Mühlweg 22 und war weit mehr als eine Angestellte – sie gehörte fast zur Familie. Unverheiratet geblieben führte sie ein eigenständiges Leben, das dennoch eng mit dem von Tintner verbunden war. Als Rudolf Tintner gezwungen wurde, seine Wohnung aufzugeben, nahm sie ihn bei sich auf – eine mutige Entscheidung in einer Zeit, in der Solidarität mit Verfolgten gefährlich war. Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Ein Mob zerstörte die Fenster ihrer Wohnung. Während Tintner in Theresienstadt interniert war, schickte sie ihm regelmäßig Pakete – eine lebensrettende Unterstützung, die seine Haft erträglicher machte.
Auch nach dem Krieg hatte sie weiterhin Kontakt mit Rudolfs geschiedener Frau und den Töchtern. Leopoldine Scheuch verstarb am 28. September 1975 in St. Pölten.
