PD Dr. Richard Stein
S 50
E VI/67, 92 c
E I/50
Parkstraße 12/92 c, 90, 67, 94
Seestraße 24
Richard Stein wurde am 11. Mai 1898 als Sohn eines Gutsverwalters in Kritz nahe Pilsen geboren. Von 1919 bis 1925 studierte er an der Deutschen Universität Prag Medizin und spezialisierte sich auf Augenheilkunde. Nach dem Studium blieb er als Assistent an der Universität und habilitierte sich. Er heiratete seine Kommilitonin Dr. Basia Lampel aus dem galizischen Stryj, deren Vater aus Wien stammte. Am 31. Mai 1931 wurde die gemeinsame Tochter Ruth geboren. Richard erhielt eine Stelle als Dozent in Brünn, während Basia eine eigene Praxis eröffnete.
Am 31. März 1942 wurde die kleine Familie nach Theresienstadt deportiert, wo Richard umgehend als Arzt zu arbeiten begann. Nach der Deportation und Ermordung von Dr. Erich Munk am 28. Oktober 1944 übernahm Dr. Richard Stein die Leitung des Gesundheitswesens. Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms hielt er öffentliche medizinische Vorlesungen.
Die gesamte Familie überlebte und kehrte nach der Befreiung nach Brünn zurück. 1947 sagte Richard im Prozess gegen Lagerkommandanten Karl Rahm aus. Im Jahr darauf wanderte die Familie ins Britische Mandatsgebiet Palästina/Erez Israel aus, wo Richard im Tel Hashomer Krankenhaus in Tel Aviv die Leitung der Augenabteilung übernahm. 1949 gründete er die Abteilung für Augenchirurgie, die bis zu seiner Pensionierung 1976 erheblich wuchs. 1973 erhielt er den israelischen Staatspreis für Medizin. Richard Stein verstarb am 25. Februar 1979 in Tel Aviv. Heute erinnert ein Straßenname sowie ein jährlich vergebener Preis der Universität Tel Aviv an ihn.
