Anna Maria Eugenia Johanna Tintner

Geburtsdatum: 1910-06-27, Nürnberg
Todesort: Auschwitz
Zwangsadresse: Boltzmanngasse 22, Wien 9
Anna Maria Eugenia Johanna Tintner wurde am 1942-10-01 nach Theresienstadt deportiert und am 1944-10-19 nach Auschwitz überstellt.
Ghetto-Adresse: Dresdner Kaserne, H V

Anna und Liselotte Tintner waren die Töchter von Rudolf Tintners Cousin Leopold, dem Sohn von Jacob, dem Bruder von Rudolfs Vater Ignaz. Die Zwillingsschwestern wurden am 27. Juni 1910 in Nürnberg geboren, wo ihr Vater eine Pharmafabrik betrieb.1024 Nach seinem frühen und plötzlichen Tod 1911 zog Witwe Karoline mit den Töchtern und deren älterem Bruder Gerhard zurück nach Wien. Gerhard studierte an der Universität Wien Wirtschaft, Statistik und Recht und promovierte 1929. 1936 emigrierte er in die USA, um eine Stelle am Colorado College anzutreten.

Währenddessen führten seine Mutter und Schwestern Leopolds Nürnberger Firma von Wien aus weiter. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die „L. Tintner Kommanditgesellschaft“ zwar unter kommissarische Verwaltung gestellt, verblieb aber bis 1943 offiziell im Besitz von Anna. Am 1. Oktober 1942 wurden Anna, Liselotte sowie ihre Mutter Karoline nach The­resien­stadt deportiert. Karoline verstarb am 25. Juni 1943 an „Herzschwäche und Abmagerung“. Anna und Liselotte wurden am 19. Oktober 1944 nach Auschwitz überstellt und dort ermordet.

Gerhard Tintner wurde 1942 in den USA eingebürgert. Von 1937 bis 1962 war er Professor für Wirtschaft, Mathematik und Statistik an der Iowa University, von 1963 bis 1972 an der University of Southern California und ab 1973 am Institut für Ökonometrie an der Technischen Universität Wien. Er verstarb am 13. November 1983 in Wien.

Transportliste: doew.at
Genannt in Tagebucheintrag:
Stammbaum
Leopold Tintner1868 – 1911Karoline Tintnergeb. Goldschmidt1881 – 1943Anna Maria EugeniaJohanna Tintner1910 – ?Univ.-Prof. Dr.Gerhard Tintner1907 – 1983LeontoneRoosevelt-Camprubi? Fokus-Person Verlinkt Partner/in Abstammung Partnerschaft