Gefängnis
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Gefängnis
Grundsätzlich sind im Ghetto Theresienstadt zwei Arten von Gefängnissen zu unterscheiden: die Gefängnisse der Ghetto-Wache und das Gefängnis der SS. Der sogenannte Bunker im Keller der Kommandantur, Neue Gasse 14-16, war besonders berüchtigt, da die Gefangenen hier der sadistischen Gewalt der SS ausgesetzt und die meisten Zellen "Dunkelzellen" waren: Isolationszellen ohne Licht. Die Gefängnisse der Ghetto-Wache, anfangs in der Sudeten-Kaserne für Männer und in der Dresdner-Kaserne für Frauen, später nur noch in der Dresdner-Kaserne, unterstanden der "Selbstverwaltung", womit eine gewisse "Rechtsmäßigkeit" vorhanden war. Anfangs kam es auch hier zu massiven Übergriffen der SS auf die Gefangenen, doch ging dies - laut H.G. Adler - mit der Zeit massiv zurück. Die meisten Häftlinge im "Bunker" wurden mehr oder minder willkürlich von der SS verhaftet und inhaftiert, wussten nicht wie lange sie einsitzen mussten und viele davon wurden direkt aus der Haft in die Konzentrationslager überstellt. In die Gefängnisse der Ghetto-Wachen kam man nach einem Urteilsspruch des Ghetto-Gerichts, auffällig sind die vielen Verurteilungen wegen kleinster Vergehen - zum Beispiel dem Einlösen gefundener Essensmarken oder dem Besitz von Zigaretten. Rudolf Tintner war vermutlich im "Bunker" interniert, da keine Aufzeichnungen über einen Schuldspruch durch das Ghetto-Gericht vorhanden sind.
Straßenansicht
Genannt in Tagebucheintrag:
