Karl Bergl

alt. Nachname: Bergel
Geburtsdatum: 23.03.1902, Dresden
Sterbedatum: 19.04.1973, Würzburg
Beruf: Friseur, in der NS-Zeit Lagerinspektor Theresienstadts
Vater: Anton
Mutter: Anna geb. Stütz

Karl Bergl wurde am 23. März 1902 in Dresden geboren. Er erlernte den Beruf des Friseurs, arbeitete jedoch ab November 1939 im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) und als Kommandeur des Wachdienstes auf dem Berliner Hauptbahnhof. Er war Mitglied der SS und des Sicherheitsdienst (SD) und arbeitete in der Folge in der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ in Wien und Prag.

Bereits mit dem ersten Aufbaukommando traf er am 21. November 1941 in The­resien­stadt ein. Dort war er neben Theodor Janacek/Janetschek und Rudolf Haindl einer der berüchtigtsten SS-Männer vor Ort. Als Inspektor war er für die allgemeinen polizeilichen Angelegenheiten des Lagers zuständig und stach nicht nur durch seinen Alkoholismus, sondern besonders durch seine Brutalität hervor. Berichte und Aussagen überliefern seinen grund- und gnadenlosen Sadismus, der von absichtlichem Anfahren mit dem Auto, Schlägen, schwerster Folter und sexueller Gewalt bis hin zu Mord reichte. Im Tagesbefehl vom 29. August 1942 ließ er mitteilen, dass er gegen alle, die sich ohne ersichtlichen Grund nach 24 Uhr auf der Straße aufhielten, mit der Schusswaffe vorgehen würde.

Im Mai 1945 setzte er sich Richtung Westen ab, geriet in sowjetische Gefangenschaft und wurde in Jičín inhaftiert. Später wurde er in die UdSSR überstellt und am 21. April 1950 zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die tschechoslowakischen Behörden wussten davon jedoch nichts; sie hatten ihn bereits am 1. April 1946 in Prag in Abwesenheit zu 12 Jahren Haft verurteilt und im Jahr darauf einen internationalen Haftbefehl erwirkt. Am 25. September 1948 wurde er außerdem im The­resien­stadt-Prozess in Litomerice zum Tode verurteilt.

1961 tauchte Bergl in Würzburg auf – wie genau er dorthin gekommen war, ist unklar. Dort wurde ein Verfahren gegen ihn eingeleitet, das sich aufgrund der Dimension (40 Zeugenaussagen, 20 Institutionen in sechs Ländern) in die Länge zog. 1971 wurde er aus gesundheitlichen Gründen für verhandlungsunfähig erklärt. Am 19. April 1973 verstarb er unbehelligt.

Genannt in Tagebucheintrag:
Stammbaum
Anton?Anna Stütz?Karl Bergl1902 – 1973 Fokus-Person Verlinkt Partner/in Abstammung Partnerschaft
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