Friederike Elzer geb. Mayer
Friederike Emilie
Friederike Friedl Elzer wurde als Einzelkind in die gutbürgerliche, jüdische, jedoch nicht religiöse Familie von Max und Emilie Mayer, geb. Schefteles, in Wien geboren. Ihre Eltern waren deutsche Kaufleute, die sich in Österreich niedergelassen hatten. 1918 trat Friederike zum katholischen Glauben über und heiratete kurz darauf in der Paulanerkirche, Wien IV, den Prokuristen Johann Georg Jan Elzer. Das Ehepaar zog nach Mistek an der schlesisch-mährischen Grenze, heute im äußersten Osten Tschechiens gelegen. Hier besaß Jans Familie seit Generationen eine der größten mährischen Textilfabriken, die 1903 19.000 Mitarbeiter:innen beschäftigte. Jan und Friedl waren in deutschen, deutsch-nationalen und auch nationalsozialistischen Vereinigungen aktiv. 1921 und 1925 wurden die beiden Töchter Johanna und Friederike Emilie geboren.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in der Tschechoslowakei fürchtete Jan um die Sicherheit seiner Frau und Töchter und wandte sich persönlich als „Kämpfer des Deutschtums im Osten“ an Rudolf Hess. Dessen Büro verwies ihn jedoch an die zuständige Kreisbehörde. Der persönliche Kontakt zu den lokalen und regionalen Organisationen bot vorerst Schutz, dieser erlosch jedoch mit Jans Tod im Jänner 1942. Friedl musste nach Ostrava umziehen und wurde von dort am 18. September 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie eine der wichtigsten Kontaktpersonen Rudolf Tintners wurde.
Sie überlebte und zog nach der Befreiung nach Wien, wo sie stark verarmt in der Ramperstorffergasse 58 in Wien V lebte. 1947 konnte sie dank der Unterstützung des American JOINT Distribution Committee gemeinsam mit Tochter Johanna in die USA emigrieren, wo sie 1979 in Nassau verstarb. Johanna, die scheinbar ohne direkte Verfolgung überlebt hatte, verstarb 2015 in Hampstead (Maryland). Das Schicksal von Friederike Emilie konnte bisher nicht ermittelt werden.
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