Dr. Paul Maximilian Eppstein
Paul Eppstein wurde am 4. März 1902 in Ludwigshafen als Sohn des Handelsreisenden Isidor und dessen Ehefrau Johanna, geb. Scharff, geboren. Er studierte Rechts- und Staatswissenschaften, Soziologie und Volkswirtschaft in Heidelberg und promovierte 1924 mit der Arbeit „Durchschnitt als statistische Fiktion“. 1928 wurde er Leiter der Volkshochschule Mannheim. Zwei Jahre später heiratete er in seiner Heimatstadt die Psychologin und Sozialarbeiterin Dr. Hedwig Strauß. Anfang der 1930er Jahre unterrichtete er auch an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin Soziologie.
Nach der NS-Machtübernahme musste er die Leitung der Volkshochschule in Mannheim niederlegen, blieb aber, obwohl er Einladungen aus Großbritannien erhalten hatte, in Deutschland. Im Jänner 1943 wurde er gemeinsam mit seiner Frau und Rabbiner Dr. Leo Baeck nach Theresienstadt deportiert, wo er als Nachfolger von Dr. Jakob (Jakub) Edelstein der zweite „Judenälteste“ wurde.
Am 27. September 1944 wurde er von der SS verhaftet und vermutlich am Tag darauf in der Kleinen Festung ermordet. Seine Frau Hedwig wurde einen Monat später nach Auschwitz überstellt und dort ermordet.
