Harry Heymann
Hauptstraße 2/Bd
Berggasse 15
Hauptstraße 22/175
Bahnhofstraße 27
Harry Heymann kam am 21. November 1907 in Berlin-Charlottenburg als Kind von Abraham Salomon und Else, geb. Schlesinger, zur Welt. Nach heutigen Forschungserkenntnissen wäre er eventuell als Transperson zu sehen, daher soll er hier unter Vermeidung einer Geschlechterzuschreibung mit seinem selbstgewählten Namen bezeichnet werden. Harry studierte an der Hochschule für Musik, nannte sich nach dem Abschluss Hambo und arbeitete als Clown und Damenimitator, was dem Geschlechterbild der Nationalsozialisten diametral entgegenstand.
Nach deren Machtübernahme floh Hambo nach Dänemark, wurde jedoch nach der Annexion verhaftet und im Oktober 1943 nach Theresienstadt deportiert. Dort war Hambo Teil des Unterhaltungsprogramms und trat regelmäßig als Clown auf, was auch in zahlreichen Karikaturen festgehalten ist. In einem Zug des schwedischen Roten Kreuzes entkam Hambo kurz vor der Befreiung Theresienstadts dem nationalsozialistischen Terror. Nach der Rückkehr nach Dänemark heiratete Hambo die durch die gesamte Verfolgungszeit treue Unterstützerin Edith Jensen. Die letzten Lebensjahre bis zum Tod am 19. Mai 1995 verbrachte Hambo auf der Insel Farum.
