Hofrat Univ.-Prof. Dr. Heinrich Adalbert Klang

Geburtsdatum: 15.04.1875, Wien
Sterbedatum: 22.01.1954, Wien
Beruf: Universitätsprofessor für bürgerliches Recht, Senatspräsident des Obersten Gerichtshof
Vater: Jacob Moses (James)
Mutter: Nina Karoline geb. Rooz
Ehepartner/in: Helene Artner
Zwangsadresse: Gumpendorferstraße, Wien 6
Untere Weißgaberstraße 43, Wien 3
Heinrich Adalbert Klang wurde am 25.09.1942 nach Theresienstadt deportiert.
Ghetto-Adresse: Q 410
L 128
Seegasse 28
Neue Gasse 3
Bahnhofstraße 35

Heinrich Klang wurde am 15. April 1875 in Wien als Sohn von Jacob Moses, der sich zu diesem Zeitpunkt bereits James nannte, und Nina Karolina, geb. Rooz, geboren. Er studierte an der Universität Wien Rechtswissenschaften und leistete danach seinen Militärdienst. 1901 legte er die Richterprüfung ab, danach arbeitete er in Wien und Umgebung und war ab 1911 im Hauptausschuss der Österreichischen Richtervereinigung tätig. Im Ersten Weltkrieg diente er an der Ostfront und war ab 1916 Militärrichter in Wien – ein Posten, um den er sich bemüht hatte, um seiner seit 1914 verwitweten und schwer erkrankten Mutter nahe zu sein. Bis Kriegsende stieg er hochdekoriert bis zum Hauptmann-Auditor auf. Von 1918 bis 1925 war er Richter für Zivilrecht am Landesgericht Wien, ab 1921 führte er den Titel eines Hofrats. 1922 habilitierte er sich und war ab 1925 außerordentlicher Universitätsprofessor für Bürgerliches Recht – eine ordentliche Professur wurde ihm aufgrund seiner jüdischen Herkunft verwehrt. Ebenfalls 1925 wurde Heinrich Klang an das Oberlandesgericht berufen, ab 1928 stand er dem Berufungssenat vor und wurde 1930 Senatspräsident.

Am Tag des „Anschlusses“ bat er um Versetzung in den Ruhestand, wurde aber am 14. März 1938 aller Ämter im Gericht enthoben und am 1. Juni 1938 auch von der Universität entfernt. Die Gestapo verwies ihn aus seiner Wohnung und versteigerte seinen Schmuck und seine Wertgegenstände im Dorotheum. Mit dem unter Wert erfolgten Verkauf seiner Bibliothek sicherte er sich ein bescheidenes Überleben in Untermiete. Alle Versuche, legal ins Ausland zu gelangen, scheiterten. Bei einem illegalen Grenzübertritt nach Ungarn wurde er verhaftet und am 25. September 1942 nach The­resien­stadt deportiert.

Dort begann er am „Ghettogericht“ zu arbeiten und wurde später auch in den „Ältestenrat“ berufen. Er überlebte und kehrte im Mai 1945 nach Wien zurück. Die Alliierten wiesen ihn zunächst dem Obersten Gerichtshof zu, setzten ihn bald wieder als Senatspräsident ein und ernannten ihn von November 1945 bis Juni 1946 zum Mitglied des österreichischen Verfassungsgerichtshofes. Anschließend wurde er Vorsitzender der Rückstellungskommission.

Heinrich Klang wurde 1949 pensioniert und arbeitete danach in leitender Funktion in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Er verstarb am 22. Jänner 1954 in seiner Heimatstadt.

Stammbaum
Jacob Moses(James)?Nina Karoline Rooz?Hofrat Univ.-Prof. Dr.Heinrich Adalbert Klang1875 – 1954Helene Artner? Fokus-Person Verlinkt Partner/in Abstammung Partnerschaft