Raoul Kohn
Praterstraße 30, Wien 2
Raoul Korti wurde in eine wohlhabende Bankiersfamilie geboren, besuchte die Realschule Wien und anschließend die Wiener Kunstakademie, konnte jedoch aufgrund seines Präsenzdienstes das Studium nicht abschließen. Im Ersten Weltkrieg diente Raoul Korti als Offizier und erhielt die Tapferkeitsmedaille 2. Klasse. Nach Kriegsende gründete er das Fotoatelier „Georgette“, das jedoch bereits nach einem Jahr Konkurs anmelden musste.
Die Heirat mit einer Nichtjüdin führte zum Bruch mit seinen Eltern, worauf ihm sein Vater jegliche finanzielle Unterstützung verweigerte. Korti begann Fotos sowie Bilder zu sammeln und finanzierte seinen Lebensunterhalt mit Illustrationen für Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Mitte der 1930er Jahre musste er aufgrund finanzieller Schwierigkeiten Teile seiner Sammlung verpfänden bzw. verkaufen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ließ sich seine Frau von ihm scheiden, seine Sammlung wurde beschlagnahmt und der Nationalbibliothek übergeben. Korti musste in eine Sammelwohnung umziehen und in der Firma Petru, die Papiersäcke und Papierwaren herstellte, Zwangsarbeit leisten.
Am 10. März 1944 wurde er nach Theresienstadt deportiert, am 28. Oktober nach Auschwitz überstellt und dort ermordet.
