Ernst Moes
Obwohl Ernst Moes einer der mächtigsten Männer im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) unter Adolf Eichmann war, ist über ihn bis heute kaum etwas bekannt. Nicht einmal die korrekte Schreibweise seines Nachnamens (Möhs, Moes, Maes, Mees etc.) ist in der historischen Literatur konsistent. Laut den Ermittlungsakten arbeitete er vor 1933 als Polizist, trat nach der Machtergreifung der NSDAP (Mitgliedsnummer 7.619.289) und der SS (Nummer 385.046) bei und war für Theresienstadt und Bergen-Belsen zuständig. Er besuchte die Lager regelmäßig, wobei ihn insbesondere die Transporte nach Auschwitz interessierten.
Der Gefangene und spätere Historiker von Theresienstadt H.G. Adler beschrieb ihn als besonders intelligent und elegant. Im Gegensatz zu anderen SS-Mitarbeitern vor Ort demonstrierte er seine Macht nicht offen, dürfte aber für die Ablösung von Lagerkommandant Seidl verantwortlich gewesen sein. Ende März 1945 inspizierte Moes letztmalig Bergen-Belsen und tauchte dann unter. Am 24. Mai 1956 wurden alle Verfahren gegen ihn eingestellt. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt – bis heute gilt er als verschwunden.
