Lilli Reisner geb. Brandt
Lilli Reisner, geboren am 24. September 1895, stammte aus der Berliner Kaufmannsfamilie Brandt und besuchte eine private Schule für Kunstgewerbe. Während des Ersten Weltkriegs diente sie freiwillig in einem Militärlazarett als Krankenschwester. Danach machte sie sich als Kunstgewerblerin selbstständig und eröffnete zudem einen privaten Kindergarten, den sie auch nach ihrer Hochzeit mit dem Bankbeamten Alfred 1926 weiterführte. 1929 kam ihre Tochter Miriam zur Welt, die jedoch bereits mit zwei Monaten verstarb.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlor Alfred seine Anstellung und begann als Buchhalter für die Kultusgemeinde Berlin zu arbeiten. 1938 musste Lilli den Kindergarten schließen und wurde zur Zwangsarbeit als Stanzerin in der Größer Transformatorenfabrik verpflichtet. Das Ehepaar wurde 1942 in ein Sammellager umgesiedelt und am 6. November 1942 nach Theresienstadt deportiert.
Im Ghetto arbeitete Lilli als Krankenschwester, weshalb sie im Tagebuch auch als „Schwester Lilli“ erwähnt wird. Sie lebte dort gemeinsam mit ihrer Mutter Emma in der Parkstraße. Diese verstarb am 10. August 1943, Alfred am 15. April 1944. Lilli wurde am 9. Oktober 1944 nach Auschwitz überstellt und dort ermordet.
