Dr. Leo Strauss
Leopold Strauss wurde am 20. Jänner 1897 als erster Sohn des Komponisten, Kapellmeisters und Direktors des Etablissement Ronacher Oskar Nathan Strauss und dessen Frau Helene, geb. Neumann, in Teplitz geboren. Kurz nach seiner Geburt zog die Familie aus beruflichen Gründen zunächst nach Berlin und 1903 nach Wien, wo Leo im Erzherzog-Rainer-Realgymnasium maturierte. Anschließend studierte er Rechtswissenschaft und veröffentlichte gelegentlich literarische Texte in Wiener Zeitungen. Nach seiner Promotion arbeitete er als Privatbeamter im Bank- und Industriebereich, fand darin jedoch wenig Erfüllung.
In der Theatersaison 1926/27 begann er als Sekretär an den Wiener Kammerspielen zu arbeiten, stieg rasch zum Verwaltungsdirektor auf und wurde später zum stellvertretenden Direktor sowie Dramaturgen. Anfang 1929 wechselte er als Dramaturg und Sekretär an das neu gegründete Wiener Schauspielhaus und war daneben als Schriftsteller und Librettist tätig.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielt er Berufsverbot, musste in eine Sammelwohnung ziehen und wurde schließlich nach Theresienstadt deportiert. Dort engagierte er sich im Kabarett und gründete mit dem „Strauss-Brettl“ sogar eine eigene Thea tergruppe. Er verfasste zahlreiche Sketches, Texte und Lieder für das Kabarett, darunter „Als ob“, „Drunt im Prater ist ein Platzerl“, „Theresienstädter Fragen“, „Theresienstädter Währung“, „Karussell“ und „Der Song vom Soll und Haben“. 1944 wirkte er in Kurt Gerrons Ensemble „Karussell“ mit. Am 12. Oktober 1944 wurde Leo Strauss nach Auschwitz überstellt und dort ermordet.
