Freiin Salvotti von Eichenkraft und Bindeburg Emma Salvotti-Heine geb. Heine-Geldern
Hauptstraße 121 b
Rathausgasse 15
Seestraße 28
Emma Salvotti-Heine, Freiin Salvotti von Eichenkraft und Bindeburg, wurde am 21. Februar 1890 in Schönkirchen bei Gänserndorf geboren und war eine Großnichte Heinrich Heines. Ihr Großvater Gustav Heine-Geldern, der Gründer des „Fremden-Blattes“, hatte enge Verbindungen zum Außenministerium, konvertierte zum katholischen Glauben, wurde hoch dekoriert, geadelt und erhielt zahlreiche Ländereien. Diese verwaltete Emmas Vater, ebenfalls Gustav genannt, der mit der Opernsängerin Regine Klein verheiratet war, jedoch früh verstarb. Emma verbrachte viel Zeit in Venedig, wo sie Leo Freiherrn Salvotti von Eichenkraft und Bindeburg kennenlernte, einen Major der k. k. Armee. Die beiden zogen nach Baden bei Wien, wo ihre Tochter Alice zur Welt kam. Die Ehe verlief offenbar nicht harmonisch, denn Leo meldete sich bald wieder in der Kaserne wohnhaft, während Emma und Alice zunächst in Baden und später in Wien lebten. Alice heiratete den Industriellen Baron Peter von Klarwill, dessen Großvater ebenfalls zum katholischen Glauben gewechselt war. Das Paar kaufte ein Schloss im heutigen Slowenien. Auch diese Ehe endete tragisch: Alice nahm sich 1936 das Leben. Ab diesem Zeitpunkt war auch die Beziehung von Emma und Leo zerrüttet, doch ließen sie sich nicht scheiden.
Dies könnte erklären, warum Emma erst sehr spät nach Theresienstadt deportiert wurde: ihr Transport verließ Wien am 28. April 1944.981 In Theresienstadt lernte sie Rudolf Tintner kennen, mit dem sie fast täglich Zeit verbrachte. Daneben war sie in der katholischen Gemeinde sehr aktiv und übernahm nach der Deportation Johann Friedländers inoffiziell deren Leitung.
Emma überlebte, kehrte nach Wien zurück und verstarb im November 1965. Sie wurde gemeinsam mit ihren Geschwistern am Zentralfriedhof beigesetzt.
Das Schicksal von Leo ist unklar. Einige Quellen vermuten seinen Tod noch vor Emmas Deportation, andere datieren ihn auf den 14. Dezember 1944. Schwiegersohn Peter Klarwill verkaufte das Schloss und emigrierte nach Neuseeland, wo er nach dem Krieg als bedeutender Übersetzer tätig war.
