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  • Gerson
  • Schwarz
  • alt. Vorname: Gershon
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  • Geburtsdatum: 27.07.1942
  • Geburtsort: Wien
  • www.google.at
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  • Sterbedatum: 18.09.1942
  • Sterbeort: Maly Trostinec
  • www.openstreetmap.org
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  • Vater: Hermann
  • Memorbuch
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  • Mutter: Paula
  • Lustig
  • Memorbuch
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  • NS-Schicksal: Zwangsumsiedlung zum Rudolfsplatz 13a/8, Wien 1. Am 14. September 1942 nach Maly Trostinec deportiert
  • Zwangsadresse:
    • Rudolfsplatz 13a/8, Wien 1
  • deportiert am: 14.09.1942
  • deportiert nach: Maly Trostinec
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  • Steine der Erinnerung:
    • Steine der Erinnerung 2025 - Hermann, Paula und Gerson Schwarz
    • Stein der Erinnerung für Hermann, Paula und Gerson Schwarz
  • Die Familien Schwarz und Mahler

    Der Stammvater der beiden Familien, Siegfried Schwarz, 1867 in St. Pölten geboren und dort 1927 verstorben, war zweimal verheiratet. Mit Camilla, geb. Frank, die 1907 mit nur 27 Jahren starb, hatte er die Kinder Hermann, Johanna und Alice, aus seiner zweiten Ehe mit Bertha, geb. Grünfeld, entstammte Sohn Egon.

    Hermann Schwarz, seine Frau Paula und Sohn Gerson

    „An die Israelitische Kultusgemeinde zu Handen des Herrn Hermann Schwarz, St. Pölten, Rennbahnstraße 16. Mit gleicher Post übersenden wir Ihnen RM [Reichsmark] 200.-, welche Ihnen für Unterstützungszwecke bewilligt wurden. Wir bedauern lebhaft, dass wir Ihren Wünschen nicht weitgehender gerecht werden konnten.“ IKG Wien, Auswanderungsabteilung, Provinzreferat, an Hermann Schwarz, 1. 9. 1938

    Hermann Schwarz, Sohn von Siegfried Schwarz und dessen erster Ehefrau Camilla, wurde am 18. Oktober 1905 in St. Pölten geboren. Er leitete den Familienbetrieb und engagierte sich im Jüdischen Jugendbund. Wie schon sein Vater war er aktives Gemeindemitglied, doch stand er durchaus in Opposition zum Vorstand der IKG, den er wegen seiner Meinung nach ungerechter und ungleicher Besteuerung mehrmals kritisierte.

    In seiner Vermögensanmeldung vom 15. Juli 1938 führte er seinen Drittel-Anteil des Familienbetriebs in der Höhe von 4.647,92 Reichsmark und nicht näher genannte „Schmuck- und Luxusgegenstände“ im Wert von RM 700 an. Vom „Anschluss“ bis zur Auflösung der Gemeindeadministration am 9. November 1938 war er für das Fürsorgereferat der IKG St. Pölten verantwortlich. Es ist anzunehmen, dass er seine notleidenden Glaubensgenossen nicht nur aus den begrenzten Zuwendungen der IKG Wien, sondern auch aus seinem Privatvermögen unterstützte. Wie zahlreiche andere jüdische Männer wurde er im Zuge der Novemberpogrome verhaftet, nach Wien gebracht und am 15. November 1938 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Am 13. Dezember, also während seiner Haft, gab seine Schwester Johanna in seiner Vertretung der Vermögensverkehrsstelle bekannt, dass inzwischen der Betrieb liquidiert worden war und daher keine Zahlungspflicht bestünde. Nach seiner Entlassung wurde Hermann Schwarz am 4. September 1939 mit etwa 900 Juden ein zweites Mal, diesmal nach Nisko am San an der Grenze zum sowjetisch besetzten Polen deportiert, um auf diesem völlig ungeeigneten Gelände ein KZ zu errichten. Im April 1940 wurde das Lagerprojekt aufgelöst und Hermann gelang die Rückkehr nach Wien. Wann und wo er Paula, die Tochter von Maximilian und Frieda Lustig, geboren am 22. Mai 1911 in Wien, kennenlernte, wissen wir nicht. Die erste bekann­te Adresse sowohl des jungen Paares als auch von Paulas Eltern ist Wien 1, Salzgries 21 (Passauerplatz 6). Laut Eintrag in der Hausliste übersiedel­ten alle – Paula ist als „verehelichte Schwarz“ bezeichnet – nach Wien 1, Rudolfs­platz 13a/8. Ob dieser neuerliche Wohnungswechsel vor oder nach der Geburt ihres Sohnes Gerson am 27. Juli 1942 erfolgte, lässt sich derzeit nicht feststellen. Jedenfalls wurde die gesamte Familie von den Großeltern bis zum Neugeborenen am 14. September 1942 aus dieser Wohnung nach Maly Trostinec bei Minsk deportiert und unmittelbar nach der Ankunft am 18. September durch Erschießen oder in Gaswägen ermordet.

  • The Schwarz and Mahler families

    The patriarch of both families, Siegfried Schwarz, was born in St. Pölten in 1867, was married twice, and died there in 1927. Together with Camilla, née Frank, who died in 1907 aged only 27, he had three children, Hermann, Johanna, and Alice, while his son Egon was born from his second marriage with Bertha, née Grünfeld.

    Hermann Schwarz, his wife Paula, and their son Gerson

    “To the Jewish community organization for the attention of Mr. Hermann Schwarz, St. Pölten, Rennbahnstraße 16. In attachment, we send you 200.00 Reichsmark, which you have been granted for the purposes of support. We deeply regret that we could not further meet your wishes.” Vienna Jewish community organization, Emigration Department, Office for the Provinces, to Hermann Schwarz, September 1, 1938

    Hermann Schwarz was born in St. Pölten to Siegfried Schwarz and his first wife Camilla on October 18, 1905. He ran a family business and was active in the Jewish Youth Association. Like his father before him, he was an active community member, but also thoroughly opposed the board of the Jewish community organization, whom he criticized on numerous occasions due to what he regarded as unjust and unequal taxation practices.

    In his Property Declaration dated July 15, 1938, he listed his third of the shares in the family business totaling 4,647.92 Reichsmark and a not further specified collection of “jewelry and luxury items” to the value of 700 Reichsmark. From the “Anschluss” to the liquidation of the community administration on November 9, 1938, he was responsible for the Welfare Department of the St. Pölten Jewish community organization. Presumably, he supported his coreligionists in need not only from the limited support offered by the Vienna Jewish community organization, but also from his own private assets. Like numerous other Jewish men, he was arrested during the November Pogrom, taken to Vienna, and interned in Dachau concentration camp on November 15, 1938. On December 13, while he was still interned, his sister Johanna, acting on his behalf, informed the Property Transaction Office that the company had in the meantime been liquidated and that there was thus no more obligation to pay. Following his release, Hermann Schwarz was deported a second time on September 4, 1939 along with about 900 other Jewish men, this time to Nisko on the River San on the border of Soviet-occupied Poland, where they were supposed to build a concentration camp on this totally unsuitable terrain. In April 1940, the camp project was abandoned and Hermann managed to return to Vienna. It is not known when and where he met Paula, the daughter of Maximilian and Frieda Lustig, who was born in Vienna on May 22, 1911. The first known address both of the young couple and of Paula’s parents was at Salzgries 21 (Passauerplatz 6) in Vienna’s first district. According to an entry in the house register, they all relocated – with Paula being described as “married name Schwarz” – to Rudolfsplatz 13a/8, also in the first district. Whether this repeated relocation occurred before or after the birth of their son Gerson on July 27, 1942, cannot currently be ascertained. In any case, the entire family, from the grandparents to the new­ born son, were deported on September 14, 1942 from this apartment to Maly Trostinec near Minsk, where they were murdered immediately upon arrival on September 18 either by bullets or in gas vans.

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