Rudolf Tintner

 

 


 

Rudolf wurde am 7. Juni 1878 als letztes Kind vor dem Umzug seiner Eltern von Brünn nach Wien geboren. Ab 1893 besuchte er die Volksschule in der Oberen Augartenstraße, Wien II, danach wechselte er wie schon sein älterer Bruder Arthur an das Zweite k. k. Staatsgymnasium. Dort absolvierte er 1905 die Matura. Anschließend studierte er an der (Bau-)Ingenieurschule der Technischen Hochschule Wien und legte zwei Staatsprüfungen ab. Parallel besuchte er im Technologischen Gewerbemuseum elektrotechnische Kurse.

Zu dieser Zeit lernte er bei einem Tanzkurs Johanna Klara Ludwig kennen. Er lebte damals noch in der elterlichen Wohnung in der Johann-Strauß-Gasse 22, Wien IV, während Johanna, genannt Jenny, nur wenige Gassen weiter in der Weyringergasse 5 wohnte. Sie stammte aus einem liberalen bürgerlichen Haushalt. Ihr Vater Johann war Professor für Latein, Griechisch und Deutsch am Mädchengymnasium in der Hegelgasse 12 im 1. Bezirk, das 1910 in die Rahlgasse 4, Wien VI, umzog. Diese Schule und ihr Umfeld waren zweifellos einzigartig: Es war das erste Gymnasium für Mädchen im deutschsprachigen Raum, gegründet von Marianne Hainisch, der Mutter des späteren Bundespräsidenten Dr. Michael Hainisch. Dr. Rosa Kerschbaumer-Putjata, die erste in Österreich ordinierende Ärztin, war Ehrenmitglied. Gründungsmitglieder und Finanziers des Neubaus waren unter anderem die Frauen der Familie Mautner von Markhof. Dr. Josef Miklas, Bruder von Michael Hainischs Nachfolger Dr. Wilhelm Miklas, war dort Religionslehrer.1 In diesem Umfeld trafen Konservativismus und Emanzipation so aufeinander, dass sie sich gegenseitig positiv beeinflussten. An dieser Schule wurden die Pionierinnen der österreichischen Akademikerinnen ausgebildet. Auffällig war der Bildungsschwerpunkt, der nicht nur auf humanistischen, sondern auch auf naturwissenschaftlichen Fächern lag. Zu den Absolventinnen zählten unter anderem die Physikerin und Mathematikerin Olga Ehrenhaft-Steindler sowie die Kernphysikerin Marietta Blau. In diesem Milieu wuchs Johanna auf und begann nach ihrer Matura an der Universität Wien ein Pharmaziestudium, das sie jedoch 1907 abbrach, um Rudolf nach St. Pölten zu folgen. Seine Mutter war von dieser Beziehung nicht begeistert, stellte sich ihr aber nicht in den Weg.

Rudolf Tintner durfte nach dem Abschluss der Ingenieurschule zwar Bauleitungen, aber noch keine Bauführung übernehmen. Daher schloss er sich 1907 mit dem Baumeister Ing. Anton Wicherek zusammen und gründete in St. Pölten die Firma „Baumeister Wicherek und Tintner“. Dies war das erste von insgesamt sieben Unternehmen, von denen einige immer wieder still­ gelegt und reaktiviert wurden. Gemeinsam mit Wicherek eröffnete er zudem eine maschinelle Türen-, Fenster- und Möbelfabrik sowie ein Immobilienbüro. Der erste Auftrag stammte von seiner Mutter Rosa Tintner für Renovierungsarbeiten in der Johann-Strauß-Gasse. Es folgten kleinere Arbeiten für die Stadt St. Pölten, darunter die Errichtung von Reservegrüften und Mauereinfriedungen am städtischen Friedhof, Zimmermannsarbeiten an der neuen Grillparzer-Schule sowie die Vergrößerung der Kläranlage.

Das St. Pöltner Bauwesen war relativ klein, der größte Auftraggeber war die Stadt. Rasch versuchten die Etablierten der Baubranche, die junge Konkurrenz zu verdrängen, auch mit Diffamierungen: Zunächst hieß es, dass Wicherek und Tintner sich nicht an Bauvorschriften hielten, dann wurde behauptet, sie ruinierten den Markt mit Dumpingpreisen. Später wurde ihnen die Beschäftigung ausschließlich ausländischer Arbeitskräfte unterstellt und schließlich folgten blanker Rassismus und Antisemitismus: „[…] die Firma, die teils tschechisch, teils jüdisch sein soll, [und] wenn dies der Fall ist, ist es Pflicht der Gemeinde von diesem Offert abzusehen“. Zweimal wurden Aufträge nachweislich zurückgezogen und an andere Bauträger vergeben.

Trotz dieser Rückschläge lief es geschäftlich und privat gut: Am 1. Februar 1911 heirateten Rudolf und Johanna, die im Jahr zuvor aus der katholischen Kirche ausgetreten war, standesamtlich auf dem Wiener Magistrat. Am 12. September des Jahres wurde Tochter Elisabeth geboren. Die Familie lebte im selbst errichteten Gebäude am Mühlweg 22,2 wo Rudolf in der Folge die gesamte Blockrandbebauung fertigstellte.

Rudolf legte die praktische Baumeisterprüfung ab und erhielt eine Konzession als Immobilienhändler. Anton Wicherek zog sich daraufhin allmählich aus St. Pölten zurück, übersiedelte nach Wien und emigrierte schließlich in die USA. Rudolf intensivierte in St. Pölten die Bautätigkeit. Teilweise noch mit Wicherek gemeinsam, teilweise bereits alleine errichtete er Beamtenwohn­häuser in der Viehofnerstraße, einen neuen Kindergarten, den Gebäudekomplex Schulpromenade/Gabelsbergerstraße, die Häuser Daniel-Gran-Straße 22,3 Schulpromenade 38 bzw. Hammerweg 2,4 Herzogenburgerstraße 52–60,5 die Jahnstraße 10,6 den Neugebäudeplatz 87 sowie Aufbauten in der Josefstraße 2 bzw. auf dem Schulring 5.8 Dabei handelte es sich sowohl um Gemeindebauten und Werksgebäude als auch um Privathäuser. Als Subunternehmer war er auch an der Errichtung der neuen Synagoge St. Pöltens beteiligt.

 

Der Erste Weltkrieg 

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Rudolf eingezogen und diente in einem Geniekorps – heute würde man von Pionieren sprechen – an der Ostfront in Österreichisch-Schlesien sowie Galizien, wo er für die Errichtung von Wall- und Wehranlagen zuständig war. Diese sind deutlich in seinem Kriegsfotoalbum dokumentiert. Johanna übernahm währenddessen die Geschäfte, konnte jedoch nicht alle sieben Unternehmen alleine weiterführen. Ende August 1914 wurde die Türen-, Fenster- und Möbelfabrik offiziell aufgelöst, aber nicht gelöscht, und Rudolfs Schwager Wilhelm Deutsch übernahm die Verwaltung. Johanna stellte die nun unbenutzte Werkstatt den Schulschwestern vom 3. Orden des Heiligen Franziskus zur Verfügung, die hier Kinder und Jugendliche betreuten.

Im März 1915 gründete Johanna Tintner die Ortsgruppe St. Pölten der „Reichsorganisation Hausfrauen Österreichs“, die sich sowohl für eine bessere Versorgungslage als auch für die rechtliche Emanzipation der nun arbeitenden Frauen einsetzte. Nach seiner Rückkehr Ende 1916 reaktivierte Rudolf seine Firmen und legte die Prüfung als Schätzmeister und Sachverständiger für Hochbau, Beton und Eisenbeton ab. Er erhielt nun auch Aufträge vom Militär und errichtete beispielsweise die Baracken für das Kriegsgefangenen­lager in Spratzern bei St. Pölten. Im Jahr darauf wurde seine maschinelle Tischlerei unter Kriegsdienstleistung gestellt und produzierte Munitions­kisten, die er später sogar patentieren ließ.

Am 18. Juni 1917 ließ sich Rudolf Tintner in der Schottenkirche in Wien taufen. Johanna trat wieder in die Kirche ein und die beiden heirateten diesmal nach katholischem Ritus. Wenige Wochen später, am 3. September, wurde im Sanatorium Dr. Anton Loew in Wien IX Tochter Rosa geboren. Die Familie lebte nun in dem inzwischen fertiggestellten Haus in der St. Pöltner Schulpromenade 30.

Bereits unmittelbar nach Kriegsende konnte Rudolf Tintner wieder an seine Vorkriegszeit-Tätigkeiten anknüpfen und arbeitete intensiv: In Spratzern errichtete er 15 Einfamilienhäuser für die „Allgemeine gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft St. Pölten“9, er baute die Baracke III in der Rainer-Kaserne zu einem Wohnhaus um und errichtete ein Beamtenwohnhaus an der Schießstattpromenade. Zudem übernahm er die Tischlerarbeiten für den Neubau der kalorischen Zentrale und realisierte den Neubau in der Heßstraße 4.

Johanna blickte nach den Erlebnissen aus dem Ersten Weltkrieg mit Vorsicht in die Zukunft und forderte von Rudolf eine materielle Absicherung für ihre beiden Töchter, was zunehmend zu Konflikten in der Ehe führte. Sie sah Sicherheit im Handel mit Baumaterialien, doch Rudolf lehnte dies zunächst ab. Die beiden Töchter besuchten die katholische Schule der Englischen Fräulein, die nur wenige Gehminuten von der elterlichen Wohnung entfernt lag, und führten ein beschauliches bürgerliches Leben. Schon früh zeigten sich ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten – eine Parallele zu ihren Eltern. Während sich Elisabeth für Kunst, Literatur und Musik begeisterte, lagen Rosas Stärken im wirtschaftlichen Denken mit einem pragmatischen Blick auf ihr Umfeld. Dies spiegelt sich auch in ihrem jeweiligen Bildungsweg wider: Während Elisabeth bei den Englischen Fräulein maturierte und anschließend an der Universität Wien Germanistik studierte, besuchte Rosa die Handelsakademie in Wien.

Trotz der wirtschaftlichen Erholung nach dem Krieg litt die Bauindustrie unter den Folgen der Währungsreform und des Völkerbund-Kredits, da private Kredite deutlich teurer wurden. Während Wien die Bauwirtschaft mit Sondersteuern stimulierte, fehlten vergleichbare Maßnahmen in anderen Teilen Österreichs. Mitte der 1920er Jahre verschlechterte sich die Auftragslage für Rudolf Tintner, was zu weiteren Spannungen in der Ehe führte. Schließlich zerbrach diese im September 1927. Die Töchter wurden getrennt: Elisabeth zog zu ihrem Vater in den Mühlhof, während Rosa mit ihrer Mutter in das von Rudolf umgebaute Haus in der Wiener Straße 65 übersiedelte. Dort lebte auch Ing. Karl Ruprecht, den Rudolf aus dem Technologischen Gewerbemuseum kannte. Ursprünglich war Ruprecht als Betriebsdirektor der Niederösterreichischen Elektrizitätswirtschafts-Aktiengesellschaft (NEWAG) tätig, orientierte sich jedoch neu und kaufte das Kino und die Tankstelle an dieser Adresse. Ein Jahr später heiratete er Johanna und adoptierte in der Folge Tochter Rosa.

Die Scheidung der Eltern war für die Schwestern eine wesentliche Zäsur, da sie nun in scheinbar völlig getrennten Welten lebten: Elisabeth wurde von ihrem Vater in ihren künstlerischen Ambitionen gefördert und lernte im Haushalt ihrer angeheirateten Tante Margit erstmals jüdische Traditionen kennen. Rosa hingegen wusste bis 1938 nichts von der jüdischen Herkunft ihres Vaters. Sie half in der Tankstelle ihres Stiefvaters mit und übernahm diese schließlich, als er nach einem Unfall in Invalidenpension gehen musste. Elisabeth fand nach ihrer Promotion – bei der Altbundespräsident Dr. Michael Hainisch anwesend war – eine Anstellung beim Zinnenverlag. Der Verlag war von Widersprüchen geprägt: Einerseits stand er dem austrofaschistischen Regime nahe und veröffentlichte Übersetzungen erfolgreicher Werke. Andererseits publizierte er zwei Werke Oskar Maria Grafs, die wegen „Verspottung und Herabsetzung der Lehren der katholischen Kirche“10 eingezogen worden waren. Zudem gab es Gerüchte, dass in diesem Verlag auch Pornografie veröffentlicht würde.

Rudolf fand beruflich allmählich wieder Halt und beteiligte sich an den Umbauarbeiten des Bezirksaltersheimes in St. Pölten. Doch trat in dieser Zeit seine Bautätigkeit zunehmend in den Hintergrund, während er sich verstärkt dem Handel mit Baumaterialien und Immobilien widmete. Die zuvor gemeinsam mit Wicherek geführte Türen-, Fenster- und Möbelfabrik übernahm er vollständig und verhandelte auf Arbeitgeberseite Kollektivverträge. Er genoss hohes Ansehen und wurde in den Zeitungen vor allem für seine Sozialwohnungen gelobt – auch wenn er im „St. Pöltner Beobachter. Nationalsozialistisches Kampfblatt“ Anfeindungen erfuhr. Drei Frauen spielten in dieser Zeit für ihn eine zentrale Rolle: seine Tochter Elisabeth, die teils in Wien und teils im St. Pöltner Mühlhof lebte; seine Angestellte Leopoldine Scheuch, genannt Fräulein Poldi, die als gute Seele seiner Unternehmen galt, sowie seine Lebensgefährtin Alice Drosel.

 

Der „Anschluss“

Der März 1938 änderte für die Familie Tintner alles. Die neue politische Realität brachte eine Welle der Denunziationen mit sich: Unmittelbar nach dem „Anschluss“ meldete der Nachbar Emil Jung Rudolf Tintner als Juden, was zu einem entsprechenden Eintrag im Melderegister führte, obwohl dies zu diesem Zeitpunkt noch keine juristische Basis hatte. Tochter Rosa reagierte als erste auf die neue Situation und heiratete am 20. März – ohne Wissen ihrer Eltern und nur im Beisein zweier Zeugen – in der Kapelle des St. Pöltner Doms ihren Verlobten Karl R. Durch diese Ehe und die Adoption durch ihren Stiefvater war sie vor nationalsozialistischen Maßnahmen geschützt, blieb jedoch gesellschaftlichen Anfeindungen ausgesetzt. Auch Elisabeth war mit gravierenden Auswirkungen konfrontiert: Der Zinnenverlag wurden unter kommissarische Leitung gestellt und alle „nicht-arischen“ und politisch unliebsamen Angestellten, darunter auch Elisabeth, sofort entlassen.

Rudolf hatte bereits 1934 begonnen, seine Immobilien auf seine geschiedene Ehefrau und seine Lebensgefährtin zu übertragen. Im November 1938 wollte er seinen Töchtern das Grundstück neben dem Gebäude Schulpromenade/Gabelsberger Straße schenken, doch wurde darauf eine so hohe „Judenvermögensabgabe“ – 10.200 Reichsmark, umgerechnet 70.000 Euro – verhängt, dass sie darauf verzichten mussten und zum Verkauf weit unter Wert gezwungen waren. Der St. Pöltner Kerzen- und Seifenproduzent Hans Benker, der von der Notlage der Familie wusste, machte sich den Umstand zu Nutze. Ungewöhnlich an diesem „Verkauf“ ist, dass Benker ein teilentmündigter, mehrfach verurteilter Straftäter und bekannter Homosexueller war, der selbst ständig unter Gefahr nationalsozialistischer Verfolgung stand. Alle Betriebe Rudolfs wurden gelöscht, Konzessionsurkunden und Gewerbescheine für ungültig erklärt.11 Er musste seine Wohnung am Mühlweg aufgeben und zog an derselben Adresse zu seiner Angestellten Leopoldine Scheuch. Die Situation wurde lebensgefährlich, als ein nationalsozialistischer Mob versuchte ihre Fenster einzuschlagen und nur von Rudolfs Schwiegersohn daran gehindert werden konnte.12

Wann genau Rudolf St. Pölten tatsächlich verließ, lässt sich heute nicht mehr eruieren: Ein Wiener Meldezettel gibt an, dass er am 21. November 1938, also unmittelbar nach dem November-Pogrom, zu seinem Bruder Alfons am Wildpretmarkt 8/III/4/35, Wien I, gezogen sei, während ihn ein St. Pöltner Meldedokument vom 1. Dezember in der Kleinwohnung seiner Tochter Elisabeth in der Daniel-Gran-Straße 24 führt. Offiziell war er dort bis zum 2. September 1940, doch deckt sich die Familienerzählung mit dem Wiener Meldezettel. Rudolf lebte bis zu Alfons Flucht im Mai 1939 nach Großbritannien in dessen Wohnung. Zu dieser Zeit erkrankte er an Krebs, weswegen er im Rothschild Spital in Wien XVIII, dem einzigen Spital für jüdische Kranke, behandelt wurde. Alfons versuchte vergeblich, ihn zur Emigration zu bewegen. Auch seine Töchter konnten ihn nicht überzeugen. Erst spät bemühte er sich selbst um eine Auswanderung nach Shanghai oder Australien – doch da war es bereits zu spät.

Am 2. Mai 1939 zog Rudolf Tintner in die Mariahilfer Straße 1c, Wien VI, wo sich die Heilanstalt Casa Piccola befand. Diese war für ihre modernen physikalischen Heilbehelfe bekannt. An derselben Adresse wohnte auch die Anwaltswitwe Carolina „Lola“ Schifka, die am 28. August 1941 Rudolfs Meldezettel für seine nächste Adresse unterschrieb: Rosenbursenstraße 4, Wien I. Bis zum 29. Dezember 1939 befand sich hier die jüdisch geführte Pension „High Life“, die vor allem gutsituierte Dauermieter beherbergte. Nach der „Arisierung“ wurde sie zur Pension (Otto) Fuchs. Ab Herbst 1941 wurden von dort 18 Menschen in Konzentrationslager deportiert – keiner von ihnen überlebte.

Am 2. April 1942 musste Rudolf abermals umziehen, diesmal in die Fasangasse 14/I/6, Wien III. Das Gebäude war in der Zwischenkriegszeit ein gutbürgerliches, neben dem Schloss Belvedere gelegenes Haus gewesen, doch weigerte sich der Eigentümer, notwendige Renovierungsarbeiten vorzunehmen, sodass es 1938 wegen seines schlechten Zustands eigentlich abgerissen und mit öffentlichen Mitteln neu errichtet werden sollte.13 Diese Pläne wurden jedoch nicht umgesetzt. Von den ursprünglich 24 Mietparteien lebten nur noch fünf freiwillig dort. Neben 16 jüdischen Bewohner:innen, darunter auch das Ehepaar Isidor und Irma Reiss aus St. Pölten, waren dort auch griechische Zwangs- arbeiter untergebracht.14

Rudolfs Töchter kämpften unermüdlich um ihren Vater und erreichten eine Befreiung von der Pflicht zum Tragen des Gelben Sterns. Nach mehreren Operationen aufgrund seines Krebsleidens erholte sich Rudolf zunächst gut. Während eines Aufenthalts im Rothschild-Spital geriet er jedoch in die Fänge der Gestapo und wurde am Morzinplatz inhaftiert. Seine Töchter Elisabeth und Rosa sowie Rosas Ehemann sprachen daraufhin persönlich bei Brunner ( unklar, ob es sich dabei um Alois Brunner (Brunner I) oder Anton Brunner (Brunner II) handelte.) in der Prinz-Eugen-Straße vor und erwirkten seine Freilassung. Dies sollte nicht das letzte Mal sein: Rudolf wurde insgesamt fünfmal verhaftet und jedes Mal durch das Engagement seiner Familie wieder freigelassen.

Im Herbst 1942 wurden sein Bruder Arthur und dessen Frau Elsa mit einem der großen Massentransporte nach The­resien­stadt deportiert. Rudolf unterstützte sie, indem er ihnen Pakete mit Lebensmitteln und nützlichen Dingen schickte. Im November 1942 erkrankte sein Bruder Friedrich schwer und wurde in das inzwischen in die Malzgasse 16, Wien II, verlegte Rothschild-Spital eingeliefert. Dessen Frau Margit musste die gemeinsame Wohnung verlassen und wurde zwangsweise im Altersheim der Israelitischen Kultusgemeinde Wien in der Seegasse 9, Wien IX, untergebracht. Als der im Ersten Weltkrieg hochdekorierte Friedrich im Jänner 1943 verstarb, verlor Margit ihren Schutz­status. Sie organisierte eine opulente Verabschiedung mit Rabbiner, Kantor und Chor – ein bemerkenswerter Akt in einer Zeit, in der jüdische Beerdigungen oft nur notdürftig abgehalten werden konnten. Unmittelbar danach plante die mittlerweile 70jährige, unterstützt von Rudolf, ihre Flucht nach Ungarn. Ab dem 24. April 1943 galt Margit als aus dem Altersheim „abgängig“. Sie hielt sich in Budapest auf, von wo sie im August 1944 deportiert und ermordet wurde. Rudolfs Unterstützung für Margits Flucht brachte ihn erneut in den Fokus der Gestapo.15

Nachdem Rudolfs Vermögen beschlagnahmt worden war, lebte er von der Unterstützung seiner Töchter. Elisabeth arbeitete zunächst in einer Rechtsanwaltskanzlei, wurde jedoch wegen ihrer Herkunft wieder entlassen. Danach verkaufte sie in Purkersdorf Traktoren und fand schließlich eine Anstellung bei der Firma Substantia in der Marchettigasse 14, Wien VI, die als kriegswichtig eingestuft war. Sie verkaufte von Cremes über Parfums bis hin zu Desinfektions- und Wundversorgungsmitteln nahezu alles. Neben Elisabeth versorgte auch Rosa ihren Vater finanziell und mit Lebensmitteln. Um sie zu schützen trat ihr Stiefvater, Ing. Karl Ruprecht, trotz der schweren Verletzungen, die er 1937 bei einem Unfall erlitten hatte, dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps und dem Deutschen Roten Kreuz bei, wo er bis zum Wachtführer aufstieg. Rosas Ehemann Karl R. wurde mit Kriegsausbruch eingezogen, diente als Funker in Polen und wurde später nach Frankreich versetzt. Dort wurde von ihm verlangt, sich scheiden zu lassen. Als er dies verweigerte, wurde er unehrenhaft entlassen und kehrte nach St. Pölten zurück. Über die Vermittlung seines Vaters, eines Arztes, der zuvor im Sanatorium Purkersdorf gearbeitet hatte und nun an der Schulpromenade ordinierte, fand er schließlich eine seiner Ausbildung entsprechende Anstellung als Maschinenschlosser. Rosas Tankstelle verkaufte zu diesem Zeitpunkt nicht nur Benzin und Öl, sondern auch Bau­materialien – vermutlich alte Bestände aus Rudolfs ehemaligen Firmen.

Als Rudolf Tintner zum fünften Mal von der Gestapo verhaftet wurde, konnten seine Töchter ihren mächtigen Fürsprecher Brunner in der Prinz-Eugen-Straße nicht mehr erreichen. Falls es sich um Alois Brunner (Brunner I) gehandelt hatte, war dieser mittlerweile Kommandant des Sammel- und Durchgangslagers Drancy bei Paris, während Anton Brunner (Brunner II) bereits im „Zentralamt zur Regelung der Judenfrage“ in Prag tätig war.

 

The­resien­stadt

Am 10. März 1944 wurde Rudolf mit vier kleinen Koffern und einem Mantel vom Wiener Nordbahnhof nach The­resien­stadt deportiert. Er war einer von 84 Häftlingen dieses Sondertransportes, der vom Sicherheitsdienst bewacht wurde. Nur einer dieser Deportierten überlebte letztlich The­resien­stadt. Rudolfs Töchter hatten bis zuletzt versucht, ihren Vater zu retten und die Deportation zu verhindern. Noch während der Fahrt schrieb Rudolf an sie eine vorgedruckte Postkarte. Rosa und Elisabeth begannen umgehend, ihn auch in The­resien­stadt mit Lebensmitteln zu versorgen. Dort angekommen wandte er sich trotz seines hohen Alters mit seinem Lebenslauf an den „Ältestenrat“ und ersuchte, als Arbeiter zugelassen zu werden. Nicht einmal einen Monat später – an dem Tag, an dem auch das Tagebuch beginnt – war er der Bautenabteilung zugeteilt, die zu diesem Zeitpunkt mit der „Verschönerungsaktion“ beschäftigt war. Noch im ersten Monat stieg er zum Bauleiter auf.

Seine Stellung in der Bautenabteilung brachte ihm einige Privilegien, darunter einen Passierschein, der ihm mehr Bewegungsfreiheit im Ghetto erlaubte. Dieses Dokument wurde vom Feuerwehrkommandanten und Freund seines Bruders Friedrich, Leo Holzer, ausgestellt, mit dem er nun beruflich zu tun hatte, da insbesondere beim Ausbau der Dachböden der Brandschutz eine wichtige Rolle spielte. Die Arbeiten gingen gut voran, wenngleich es innerhalb seines Bautrupps insbesondere mit seinem Mithäftling Ing. Otto Mändl immer wieder zu Konflikten kam. Die Arbeitsleistung steigerte sich bis zum Besuch der Internationalen Kommission des Roten Kreuzes im Juni 1944. Rudolf Tintner beschreibt in seinem Tagebuch ausführlich die Täuschungsaktion inner- und außerhalb der Gebäude und den Besuch selbst. Insbesondere störte ihn der Umgang der SS mit dem „Judenältesten“ Dr. Paul Eppstein.

Im Zuge der „Verschönerungsaktion“ wurde das kulturelle Angebot in The­resien­stadt massiv ausgeweitet – jedoch mit Zutrittsbeschränkungen, von denen Rudolf Tintner aufgrund seiner dienstlichen Stellung aber nicht betroffen war. Bei diesen Veranstaltungen traf sich die Theresienstädter Prominenz, und Tintner bewegte sich selbstverständlich in diesem Kreis. Er begegnete Künstlerinnen und Künstlern, Intellektuellen, Professoren, Militärs und hohen Beamten. Besonders häufig kam er mit dem Wiener Journalisten, Grafiker und Bildersammler Raoul Korti zusammen, obwohl ihre Beziehung alles andere als friktionsfrei war. Bei anderen Veranstaltungen lernte er Friederike Elzer und später Emma Salvotti-Heine kennen. Die drei entwickelten eine enge Freundschaft und sahen sich fortan nahezu täglich, sie gingen gemeinsam spazieren und trafen sich zum Abendessen. Anfangs besuchte er oft seine Nichte Friederike Fritzi Schornstein und deren Familie, doch ließ der Kontakt mit der Zeit nach. Selten sah er seinen Bruder Arthur und dessen Frau Elsa, mit der er sich regelmäßig stritt. Das Verhältnis verbesserte sich erst, als Arthur erkrankte und bettlägerig wurde. Schließlich verstarb er an Entkräftung – der Tagebucheintrag zu seiner Verabschiedungszeremonie ist nicht nur einer der längsten, sondern auch der emotionalste.

Rudolf hatte das Glück, dass ihn seine Töchter massiv unterstützten, sodass er neben der völlig unzureichenden Nahrung aus den Küchen selbst kochen und zusätzlich Lebensmittel eintauschen konnte. Auch seine Wohnsituation war besser als die der meisten anderen, da er aufgrund der Leitungsfunktion ein eigenes Zimmer hatte. Anfangs lebte er in der Hauptstraße 66/1, verbrachte dann während einer Desinfektion einige Tage in der Parkstraße 4, bevor er schließlich in die Lange Straße 9 zog. Dort befand sich das Büro der Bautenabteilung neben einer Baubaracke, wo er nicht nur arbeitete, sondern auch schlafen und kochen konnte.

An wenigen Stellen beschrieb Rudolf das Alltagsleben in The­resien­stadt jenseits der Arbeit. Er schilderte Szenen, in denen sich die Häftlinge gegenseitig halfen, einander „Ghetto Kronen“, die interne Währung von The­resien­stadt, liehen oder füreinander kleinere handwerkliche Arbeiten erledigten. Daneben berichtete er vom „offiziellen“ Wirtschaftsleben des Ghettos: Er ließ beim Schneider seinen Mantel richten oder besuchte Uhrmacher und Optiker. Auch die vorhandene Schattenwirtschaft erwähnte er – etwa als er einen Zahntechniker für eine Prothese bestach. Ebenso dokumentierte er Korruption auf höherer Ebene, als er versuchte, seine Nichte Fritzi Schornstein und deren Stieftochter­ Herta von einer Transportliste streichen zu lassen.

In den meisten Egodokumenten aus bzw. zu den nationalsozialistischen Vernichtungslagern fehlen Beschreibungen zum Weltkrieg fast völlig, doch bei Rudolf Tintner nehmen sie viel Raum ein – möglicherweise wegen seines eigenen militärischen Hintergrunds. Er schilderte die Gerüchte, die in The­resienstadt kursierten, und notierte jeden einzelnen Luftalarm. Einmal beschrieb er sogar detailliert eine Flugformation, was darauf hindeutet, dass diese sehr tief flog. Daneben beschäftigten ihn aber auch die Luftangriffe auf Österreich, da er sich um seine Tochter Elisabeth sorgte und dies mehrfach zum Ausdruck brachte.

Der Krieg spiegelte sich aber auch in seiner Arbeit wider: Während im Zuge der „Verschönerungsaktion“ vor allem Fassaden und Innenräume renoviert wurden, änderten sich mit dem Vorrücken der Roten Armee seine Aufgaben drastisch. Plötzlich wurden Wehranlagen instandgesetzt, Luftschutzkeller ein gerichtet und Umfassungsmauern verstärkt. Gleichzeitig nahm die Nervosität der deutschen Wachmannschaften zu. Gab es zuvor nur gelegentlich Besprechungen und sporadische Kontrollen, wurde nun jeder Arbeitsschritt überwacht und die Berichtspflicht erheblich verschärft. Fast alle Tätigkeiten standen unter ständiger Aufsicht der SS – insbesondere von Obersturmführer Richard Tschirner.

Die vermutlich größte Sorge bereitetete Tintner jedoch die drohende „Verschickung“ zu einem „Arbeitseinsatz“ im Osten. Er dokumentierte jeden einzelnen Transport, mit der Anzahl der Deportierten, allen ihm bekannten Namen und den angegebenen Zielorten. Seine Nervosität stieg vor allem, als er sich zweimal registrieren lassen musste: zuerst als „arisch Versippter“ und später als ehemaliger Militärangehöriger. Aufgrund seiner beruflichen Stellung war er zwar lange Zeit vor einer Deportation geschützt, doch änderte die SS im Herbst 1944 ihre Strategie und Richtlinien. Besonders deutlich zeigte sich dies bei der Ghetto-Feuerwehr: Nach den Massendeportationen stand Leo Holzer plötzlich alleine da, seine gesamte Mannschaft war in den Gaskammern von Auschwitz Birkenau ermordet worden.16

Ende August 1944 wurde Rudolf Tintner verhaftet – die genaue Ursache ist bis heute unklar. Ing. Leo Holzer erwähnt in einem Brief an Rudolfs Tochter Elisabeth kryptisch, dass er „als Bauführer gegen die bestehenden Vorschriften verstieß“.17 Dies wirft jedoch Fragen auf, da er in der Kleinen Festung und nicht in der Kommandantur im Ghetto inhaftiert wurde. Kleinere Vergehen wurden in der Regel mit dem Karzer in der Kaserne bestraft, während schwerwiegende Delikte üblicherweise zur Inhaftierung in der Kommandantur führten. In die Kleine Festung kam man nur bei massiven Verstößen, wie beispielsweise Fluchtversuchen. Die dortigen Bedingungen ähnelten einem Konzentrationslager, und viele Häftlinge wurden grausam ermordet. In seinem Tagebuch äußert Rudolf weder, warum er in Haft genommen wurde, noch beschreibt er Einzelheiten. Aber auch seine Freilassung war ungewöhnlich: Er wurde persönlich vom „Lagerältesten“ Dr. Eppstein abgeholt und erhielt als Entschädigung Zusatzrationen sowie zusätzliche Urlaubstage. Es lässt sich also mutmaßen, dass seine Inhaftierung auf einem Irrtum beruhte.

Die Massendeportationen im Oktober 1944 führten auch zu einem Wandel im Alltag von The­resien­stadt: Da die meisten Künstler:innen und Vortragenden nicht mehr vor Ort waren, brach das kulturelle Leben fast vollständig zusammen. Dies spiegelte sich auch in Rudolfs Sozialleben wider: Er verbrachte nur noch selten Abende in größerer Gesellschaft und traf sich meist in kleiner Runde in seiner Wohnung. Die einzigen Ausnahmen waren die Weihnachts- und Silvesterfeier, bei der für eine größere Gruppe gemeinsam gekocht wurde. Besonders die Weihnachtsfeier zeugte von seinem katholischen Selbstverständnis – sogar ein Christbaum wurde aufgestellt. Im August 1944 besuchte Rudolf erstmals die katholische Kirche von The­resien­stadt, ein ärmlicher Raum am Dachboden des Brauhauses, und trat mit der Gemeindeleitung in Kontakt. Auch hier zeigten sich die Auswirkungen der Massentransporte: von der vormaligen Führung der Gruppe blieb nur Emma Salvotti-Heine über. Zur selben Zeit änderte sich die ethnische, religiöse und soziale Zusammensetzung in Theresien­stadt grundlegend: Wegen der massiven Abgänge und der gleichzeitigen Zugänge sank der Anteil der von den Nationalsozialisten als jüdisch definierten Häftlinge auf weniger als ein Drittel.

Ab November 1944 verschlechterte sich Rudolf Tintners Gesundheitszustand: Anfangs hatte er Probleme mit den Augen, sodass er zeitweise eines abdecken musste. Anfang Jänner 1945 wurde bei ihm ein Herzfehler diagnostiziert und er erhielt Medikamente. Drei Tage später, am 10. Jänner 1945, erlitt er vor seinem Büro in der Lange Straße 9 einen Herzinfarkt und verstarb. Kurz darauf wurde sein Leichnam kremiert. Am darauffolgenden Tag brannte das Krematorium nieder, seine Asche konnte jedoch geborgen werden.18 Dr. Ernst Feldsberg, der Leiter der Abteilung Beerdigungswesen The­ resien­ stadt und späterer Präsident der IKG Wien (1963–1970), der sich in besonderem Maße um die Auffindung und Wiederbestattung von Holocaustopfern einsetzte, teilte der Familie mit, dass er den Behälter nach Wien bringen könne.19 Am 7. September 1945 setzten Elisabeth und Rosa schließlich persönlich die Urne ihres Vaters in der Allgemeinen Abteilung auf dem Wiener Zentralfriedhof bei.

 

Rudolf Tintners Bautätigkeit in St. Pölten

Neubauten

  • Gebäudekomplex Herzogenburger Straße 52–60: Errichtet 1907/1908, Auftraggeber Wicherek und Tintner, 1910 von Arthur und Elsa Tintner gekauft, später in den Besitz der Stadt übergegangen. Heute stehen vom ursprünglichen Ensemble nur noch die Hausnummern 52 und 54. Nummer 60 ist noch erhalten, aber in den Neubau Nummer 56 integriert.20
  • Mauereinfriedung, Reservegrüfte, Städtischer Friedhof St. Pölten: Errichtet 1909, Auftraggeber und Eigentümer Stadt St. Pölten.
  • Jahnstraße 10: Errichtet 1910: Auftraggeber und Eigentümer Alois Spillmann. Vom ursprünglichen Bau ist aufgrund von Um- und Zubauten nichts mehr zu sehen.21
  • Mühlhof, Daniel-Gran-Straße 22–26 (26 ist eine Hausnummer, aber kein Eingang), Mühlweg 20, 22: Errichtet 1910/11, Auftraggeber Wicherek und Tintner, Eigentümer Rudolf Tintner, 1934 Übertragung von Mühlweg 20 und 1936 von Daniel-Gran-Straße 26 sowie von Mühlweg 22 an Alice Drosel, 1938 von Daniel-Gran-Straße 22–24 an Elisabeth Tintner.
  • Gebäudekomplex Schulpromenade 30, Gabelsbergerstraße 1–3 (1 kein Eingang) Errichtet 1912, Auftraggeber und Eigentümer Rudolf Tintner, Schulpromenade 30 und Gabelsbergerstraße 1 im Jahr 1934 an Dr. Otto und Pauline Feldmann und Gabelsbergerstraße 3 im selben Jahr an Samuel und ­ Mathilde Hacker verkauft.
  • Kindergarten, Mühlweg 30 Errichtet 1912, Auftraggeber und Eigentümer Stadt St. Pölten.
  • Schulpromenade 38 bzw. Hammerweg 2: Ursprünglich 1868/69 errichtet, 1912 von Wicherek und Tintner komplett umgestaltet, Eigentümer Gustav und Elsa Simon. Der östliche Seitentrakt wurde 1938 abgetragen.22
  • Beamtenwohnhäuser Viehofner Straße: Errichtet 1912, Auftraggeber und Eigentümer Stadt St. Pölten, genaue Adresse unklar.
  • Neugebäudeplatz 8: Errichtet 1914, Auftraggeber und Eigentümer Anton Prilisauer.23
  • Baracken Kriegsgefangenenlager Spratzern bei St. Pölten Errichtet 1915, Auftraggeber und Eigentümer k. k. Kriegsministerium, 1920/21 abgerissen.215
  • 15 Einfamilienhäuser der sogenannten Hammerparksiedlung, Feßlerstraße 1–7, Rilkeplatz 5–6, Handel-Mazzeti-Straße 57, Parkstraße 46–48, Rilkeplatz 2–3 Errichtet ab 1921, Auftraggeber und Eigentümer Allgemeine gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft St. Pölten; weitere beteiligte Baufirmen waren Johann Zeilinger, Felix Blaschek & Komp., Ferdinand Weinmann.24
  • Daniel Gran-Straße 30–34: Errichtet 1923, Auftraggeber und Eigentümer Rudolf Tintner, 1934 verkauft.
  • Beamtenwohnhaus Schießstatt-Promenade 24: Errichtet 1924, Auftraggeber und Eigentümer Stadt St. Pölten.
  • Heßstraße 4, St. Pölten: Errichtet 1928, Auftraggeber und Eigentümer Stadt St. Pölten.

Um-, Zu- und Aufbauten

  • Zimmermannsarbeiten in der Grillparzer-Schule, Grillparzerstraße 8, 1909, Auftraggeber Stadt St. Pölten.
  • Tischlerarbeiten in der neuen Synagoge St. Pölten, Schulpromenade 22, 1912–1913.
  • Vergrößerung der Kläranlage, Herzogenburger Straße, 1910, Auftraggeber Stadt St. Pölten (existiert nicht mehr).
  • Umbau der Baracke III in der Rainer-Kaserne (heute Kommandogebäude F[eld]M[arschall] Hess) zu einem Wohnhaus, Schießstattring 8–10, 1921, Auftraggeber Bundesministerium für Heereswesen.
  • Tischlerarbeiten für den Neubau der kalorischen Zentrale, Mühlweg 42, St. Pölten, 1926, Auftraggeber Stadt St. Pölten.
  • Umbau von Tankstelle, Kino und Wohnhaus, Wiener Straße 65, 1927, Auftraggeber Rudolf Tintner (existiert nicht mehr).
  • Um- und Zubauten Bezirksaltersheim, Ertlstraße 37, 1930, Auftraggeber Stadt St. Pölten.
  • Umbauten der Veranda, Josefstraße 2/Schulring 5, 1911, Auftraggeber Carl und Anna Gollitsch (existiert nicht mehr).
  • Johann-Strauß-Gasse 22, Wien IV, 1907, Auftraggeberin Rosa Tintner.225

 

 

 


Endnoten


1 Jahresbericht des Vereines für erweiterte Frauenbildung in Wien 1911. Wien 1912, S. 14.
2 Thomas KARL, Herbert KARNER, Johann KRONBICHLER, Thomas PULLE, Österreichische Kunsttopographie Bd. LIV: Die Kunstdenkmäler der Stadt St. Pölten und ihrer eingemeindeten Ortschaften. Horn 1999, S. 289.
3 Ebd. S. 399
4 Ebd. S. 300
5 Ebd. S. 332
6 Ebd. S. 337
7 Ebd. S. 410
8 Ebd. S. 345
9 Ebd. S. 306, 322, 413, 420
10 Murray HALL, „Die versiegelten Bücher“ im Wiener Amonesta-Verlag. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich 2/2022, S. 7–26.
11 Amtsblatt, Amts-Blatt der Stadt St. Pölten, XVI/1939/7 (5. April 1939), S. 43.
12 Christoph LIND, "...es gab so nette Leute dort." Die zerstörte jüdische Gemeinde von St. Pölten. St. Pölten 1998, S. 233.
13 Amtsblatt der Stadt Wien. Wien 1938/2, S. 6.
14 Stefan LÜTTGENAU, Zwangsarbeit im „Reichsgau“ Wien 1938–1945. In: Studien zur Wiener Geschichte. Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 2003/59, S. 167–186.
15 Siehe FN 12, S. 235.
16 H. [Hans] G. [Günther] ADLER, The­resien­stadt 1941–1945: Das Antlitz einer Zwangsgemeinschaft. Göttingen 22012, S. 419.
17 Brief von Ing. Leo Holzer an Elisabeth Mensa, 24.03.1946, Privatarchiv R., St. Pölten
18 Ebd.
19 Brief von Dr. Ernst Feldsberg an Elisabeth Mensa, 15.07.1945, Privatarchiv R., St. Pölten
20 Siehe FN 2, S. 332.
20 Ebd., S. 337.
21 Ebd., S. 299 und 309.
22 Ebd., S. 300.
23 Ebd., S. 410.
24 Ebd., S. 306, 322, 413 und 420.
25 Ebd., S. 345.