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Ing.
Leo
Holzer
20.01.1902
Miroslav
1987
Prag
Chemiker / Feuerwehrmann
Radelberg
Flucht nach Karlsbad, 1940 nach Theresienstadt deportiert, wo er Kommandant der KZ-Feuerwehr wurde
Jakob
Rosa
Schlesinger
Marianne
Hacker
Sohn
Leo Holzer wurde 1902 in Miroslav bei Znaim geboren. 1917, damals war er Schüler des Realgymnasiums in Brünn, kam er das erste mal mit der Feuerwehr und dem Roten Kreuz in Kontakt, als er half verwundetete Soldaten der k.u.k. Armee auf einem Leiterwagen vom Bahnhof zum Lazarett zu bringen. 1918 wurde er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Miroslav, später auch der Roten Kreuzes. Nach dem Krieg arbeitete er als Ingenieur bei der HOECHST und überlebte eine Essigsäure-Explosion, bei der fast hundert Kollegen starben.
Er wurde nach Radelberg bei St. Pölten versetzt und trat dort der Werksfeuerwehr bei. 1933 besuchte er in Wiener Neustadt den ersten Fachlehrgang der Feuerwehrschule und absolvierte 1936 einen Luftschutzkurs.

Nach dem „Anschluß“ verließ er Österreich und floh nach Karlsbad und später nach Prag. 1940 wurde er nach Theresienstadt deportiert und wurde dort Kommandant der KZ-Feuerwehr Theresienstadt. Kurz vorher der Befreiung Theresienstadts durch die Rote Armee brach eine Flecktyphus-Epidemie aus und verbreitete sich wegen dem Wassermangel rasant - unter dem Befehl Leo Holzers gelang es der Feuerwehr schließlich Frischwasser in das Lager zu leiten.
Beim Einmarsch der Roten Armee wehten zwei Fahnen über dem Lager: das rote Kreuz und die gelbe Fahne, die die Seuche signalisierte.

Leo Holzer überlebte den Holocaust und lebte bis zu seinem Tod 1987 in Prag.