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eltbogenphilipp
Philipp
Eltbogen
Ellbogen
20.04.1891
Zditz
Opole
Spengler
Pyhra 58
Umsiedelung nach Lindengasse 32/15, Wien 7; am 15. Februar 1941 nach Opole deportiert
Anton
Katharina
Neumann
Blanka
Malcz
Gertrude
Katharina
Philipp Eltbogen wurde 1891 geboren. Er diente im Ersten Weltkrieg und wurde mit der Großen Silbernen, der Kleinen Silbernen und der Bronzenen Tapferkeitsmedaille sowie der Verwundetenmedaille dekoriert. Seine Verletzungen machten ihn zwischen 35 und 45% zum Kriegsinvaliden. Ab Mitte der zwanziger Jahre übte er ihn Pyhra das Schlosser- und Mechanikergewerbe aus. Er war auch Zeugwart und Fahrzeuglenker der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr. In Pyhra gab es viele illegale Nationalsozialisten und dementsprechend viele Parteimitglieder nach dem „Anschluß“. Einer von diesen, Anton Waldbauer, hatte in der „Österreichischen Legion“ gedient und war „Blutordensträger“ der Partei. Der Geschäftsgang in der Schlosserei wurde ab März 1938 immer schlechter. Zudem hielten es die Schuldner der Eltbogens nicht mehr für notwendig, ihre Schulden auch zu bezahlen.

Die Familie wußte nicht mehr, wovon sie leben sollte. Blanka Eltbogen erhielt glücklicherweise von Verwandten aus Budapest Lebensmittel geschickt. Eines Tages brachte das Fuhrunternehmen Meidl eine Gruppe von Nationalsozialisten aus Pyhra zur Schulung nach St. Pölten. Am Heimweg blieb die Gruppe beim Haus der Familie Eltbogen stehen und schrie „Jude verrecke“ und ähnliches. Schließlich mußte Philipp Eltbogen den Davidstern an seiner Geschäftstür anbringen. Darunter hängte er seine Frontauszeichnungen, die er nach dem Protest einiger Nationalsozialisten wieder entfernen mußte. Die Eltbogens trafen sich mit Walter Weiss aus Wald, Dr. Szigeti und Otto Wellisch aus Harland, sowie mit den Verwandten von Blanka, den Brüdern Gelb aus Ratzersdorf, um ihre Situation zu diskutieren. Es ist anzunehmen, daß bei diesen Treffen verschiedene Fluchtmöglichkeiten sowie die Perspektiven des „Hierbleibens“ erörtert wurden.

Im Jänner 1939 verkaufte Philipp Eltbogen die für seinen Beruf notwendigen Gerätschaften und Waren an den Altmannsdorfer Schlosser Alois Ebenhöh, bei dem er ab dem Verbot seiner Gewerbeausübung bis zur Übersiedlung nach Wien am 29. April 1940 als Gehilfe arbeitete. Kurz vor der Abreise, er wohnte noch in seinem Haus, erteilte er dem Fuhrwerksunternehmer Anton Pruckner aus Pyhra den Auftrag, die maschinelle Einrichtung seines ehemaligen Betriebes an den St. Pöltner „Tonöfen- und Sparherderzeuger“ Anton Schilling zu liefern. Das Haus in Pyhra wurde von Engelbert und Eleonore Stolzlederer aus Perersdorf „arisiert“.

Die Eltbogens übersiedelten nach Wien in die Lindengasse im siebenten Bezirk. Philipp Eltbogen wollte das Land verlassen, was jedoch auf Grund der Behinderung seiner Tochter Katharina, sie war an Kinderlähmung erkrankt und gehunfähig, nicht einfach war. Philipp und Blanka Eltbogen sowie die beiden Töchter Gertrude und Katharina wurden am 15. Februar 1941 nach Opole deportiert und ermordet.