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schaechteradolf
Dr.
Adolf Aron
Schächter
08.02.1864
Farkashida, Tyrnau, Pressburg
21.04.1939
Wien
Rabbiner
Fuhrmannsgasse 18, St. Pölten
Abraham
Hanna
Steiner
Rosa
Aron
Erich
Ilse
Rabbiner Dr. Adolf Aron Schächter betreute die jüdische Gemeinde St. Pölten in den Jahren 1897 bis 1933. Sein Enkel Zeev Sher (früher Viktor Schächter) beschreibt ihn folgendermaßen:
„Mein Großvater kam in Galant, in Ungarn zur Welt […]. Er studierte in Berlin beim berühmten Azriel Hildesheimer. Dort heiratete er meine Großmutter Rosa, die Hochzeit kam durch Verkupplung zustande. Meine Großmutter kam aus Königsberg, sie war eine Angehörige der Familie Aaron. Meine Großeltern übersiedelten nach St. Pölten, und dort kam mein Vater Erich Schächter zur Welt. Sein jüdischer Name war Azriel; er war nach Hildesheimer benannt worden […]. Mein Großvater war ein Gelehrter und in seinem Haus gab es eine große Bibliothek. Er war auch ein Professor und schrieb einige Bücher. Zu ihm gingen wir auch Freitag abends, zum Schabbatessen, wie es bei orthodoxen Juden Brauch ist. […] Aber an konkrete Gespräche erinnere ich mich nicht. Ich weiß nur, daß, was er mir sagte, irgendwie wichtig war. Jedenfalls weiß ich noch, daß er einen schönen langen Bart hatte. Ich glaube, daß er in der Gemeinde sehr beliebt und geschätzt war.“

Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Rabbiner in St. Pölten machte sich Adolf Schächter auch um das jüdische kulturelle Leben in St. Pölten verdient, indem er 1904 den jüdischen Literaturverein gründete. Außerdem war er ab Dezember 1901 Rabbiner im Bezirk Tulln-Klosterneuburg. Als sich Schächter 1933 in den Ruhestand zurückzog, kündigte er gleichzeitig das Rabbinat für Amstetten und Klosterneuburg.

Rabbiner Schächter mußte am 31. März 1939 nach Wien übersiedeln und starb dort noch im selben Jahr.