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Elisabeth
Miriam
Rabinov
Schulhof
12.05.1922
St. Pölten
10.06.2010
Springvale (Australien)
Andreas-Hofer-Straße 4, St. Pölten
Brunngasse 6, Rathausplatz 13, Linzerstraße 17 (alle St. Pölten)
Am 15. April 1939 in die Förstergasse 10, Wien 2 zwangsumgesiedelt; später nach Palästina geflohen und 1951 nach Australien emigriert
Ernst
Rosa
Reiss

Lisl Schulhof, verheiratete Rabinov, war bereits im März 1939 mit der Jugendalija nach Palästina ausgewandert. Sie erinnert sich an die Enteignung der Möbel und Wertgegenstände: „Dann wurde bei uns eine ›Zwangsversteigerung‹ – aus irgendeinem fiktiven Grund – von allem Hab und Gut gemacht. Der leitende SA Mann war ein gewisser Pfister, der unter den Nazis ein hohes Tier in St. Pölten geworden war. […] Ihm gefielen unsere Möbel und Kunstgegenstände und er war mit meinem Vater ganz gut bekannt gewesen. Bei dieser Gelegenheit – ich sehe es noch vor mir – stand meine leidende Mutter wie ein Stein, bis man ihr den Verlobungsring und einen anderen Ring vom Finger zog. Da sah ich, wie ihr still die Tränen heruntergeronnen sind, doch stand sie gerade und still wie eine Statue.“ Die Familie musste innerhalb St. Pöltens vier Mal die Wohnung wechseln, bis sie im März 1939 nach Wien in den 2. Bezirk zwangsübersiedelte. Lisl Rabinov vermutete, dass die besonderen Schikanen gegen ihren Vater aufgrund einer Denunziation seines bayrischen Geschäftspartners erfolgten. Die Eltern und Schwester Eva waren über Shanghai nach Australien ausgewandert, 1951 folgte ihnen Lisl aus Israel mit ihrer Familie nach. Erst 1973 besuchte sie ihre alte Heimat, „ich konnte es mir früher nicht leisten und ich war auch seelisch dazu nicht imstande.“ In der Schoa waren elf Familienangehörige ermordet worden. Heute erkennt Lisl Rabinov die Bemühungen der österreichischen Regierung an: „Die heutige Regierung kann man ja nicht für die Sünden der Vorahnen beschuldigen. Die Toten werden nicht mehr auferstehen, der Flüchtlinge geänderter Lebenslauf kann auch nicht rückgängig gemacht werden. So war es eben, so ist es eben…“.

Lisl Schulhof, married Rabinov, had already emigrated to Palestine in March 1939 with the “JUgendalija”. She remembers the expropriation of their furniture and valuables: “Then we had a 'forced auction' – for some fictitious reason – of all our belongings. The SA man in charge was a certain Pfister, who had become a bigwig in St. Pölten under the Nazis. [...] He liked our furniture and artefacts and had been quite well acquainted with my father. On that occasion – I can still see it now – my suffering mother stood like a stone until her engagement ring and another ring were pulled off her finger. I saw how her tears silently trickled down her face, but she stood straight and still like a statue.” The family had to move four times within St. Pölten until they were forced to relocate to Vienna's 2nd district in March 1939. Lisl Rabinov suspected that the particular harassment of her father was due to a denunciation by his Bavarian business partner. Her parents and sister Eva had emigrated to Australia via Shanghai, and Lisl followed them from Israel with her family in 1951. She only visited her old homeland in 1973, “I couldn't afford it before and I wasn't mentally able to do so.” Eleven family members were murdered in the Shoah. Later, Lisl Rabinov recognised the efforts of the Austrian government: “You can't blame today's government for the sins of the past. The dead will not be resurrected, and the refugees' changed lives cannot be reversed. That's the way it was, that's the way it is...”.



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