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schaechterrosa
Rosa
Rachel
Schächter
Aron
21.07.1872
Königsberg
28.11.1944
Theresienstadt
Haushalt
Fuhrmanngasse 18, St. Pölten
31. März 1939 Zwangsumsiedelung nach Große Schiffgasse 3, Wien 2; am 24. September 1942 nach Theresienstadt deportiert
Ascher
Linda
Adolf
Erich
Ilse
Rabbiner Schächter musste am 31. März 1939 nach Wien übersiedeln, starb aber dort noch im selben Jahr. Seine Frau Rosa hätte ein Visum nach Palästina erhalten können, sie nahm es aber nicht an, weil sie beim Grab ihres Mannes bleiben wollte und wohl auch, weil sie die Bedrohlichkeit der Lage nicht erkannte. Weil aber die Familie bereits eine Genehmigung erhalten hatte, konnte die Mutter ihrer Schwiegertochter Helene, der Frau von Erich Schächter – der Vater war inzwischen gestorben – nicht mehr für die Einwanderung nach Palästina angefordert werden.
Helene Schächter konnte diesen Schmerz nie verwinden: „Meine Mutter hat erst kurz vor ihrem Tod begonnen, über das Affidavit meiner Großeltern zu sprechen. Deswegen konnte sie nicht ihre Mutter herbringen. […] Man konnte nur für eine Seite ein Affidavit bekommen, entweder für die Seite des Vaters oder für die Seite der Mutter. Nachdem seine [ihres Mannes] Eltern ein Affidavit bekommen hatten, konnte die Großmutter mütterlicherseits keines bekommen. Und das hat meiner Mutter sehr wehgetan und sie wollte nicht mehr darüber sprechen. Es war sehr belastend für sie, daß ihre Mutter zum Schluß nicht hier war, sondern wahrscheinlich am Weg zum KZ gestorben ist. […] Das hat meine Mutter ihr Leben lang nicht verwunden. Erst zum Schluß hat sie darüber gesprochen, als sie schon sehr, sehr alt war. Während der ganzen Jahre wollte sie nichts wissen und nichts hören von St. Pölten.“

Rosa Schächter wurde am 24. September 1942 nach Theresienstadt deportiert.