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Samuel
Emanuel
Eltbogen
Ellbogen
25.12.1880
Wien
Auschwitz
Kurzwarenhändler
Kremser Landstraße 61, St. Pölten
Umsiedelung nach Leibnizgasse 53, Wien 10; Flucht nach Frankreich, in Marseille interniert, am 14. August 1942 von Drancy nach Auschwitz deportiert
Anton
Katharina
Neumann
Josefine
Kohn
Bruno
Hilda
Ernestine


Steine der Erinnerung

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Samuel und Josefine Eltbogen mit ihrer Tochter Hilda

Samuel Eltbogen – in einigen Dokumenten auch Emanuel –, am 25. Dezember 1880 in Wien geboren, heiratete 1905 in Třeboň (Wittingau, Südböhmen) Jose­fine Kohn, dort geboren am 15. November 1882. Im selben Jahr kam das älteste Kind Bruno zur Welt, 1909 Tochter Ernestine. Sieben Jahre später, nach dem Umzug nach St. Pölten, wurde am 23. Februar 1916 Hilda geboren.

Samuel Eltbogen führte in der Kremser Landstraße 61 ein Kurzwarengeschäft und auch seine Geschwister hatten sich in St. Pölten niedergelassen: Sein Bru­der Philipp lebte als Ofensetzer in Pyhra und durch die Heirat seiner Schwester Mathilde mit Wilhelm Gelb war Samuel Eltbogen mit einer bedeutenden Familie der Stadt verschwägert. Sein Sohn Bruno, seit 1935 mit Sara Kannengusser aus Wien verheiratet, lebte ebenfalls einige Jahre in St. Pölten, in der Heßstraße 1. Noch vor der Geburt ihrer Tochter Eveline am 25. Juni 1938 übersiedelte das Ehepaar nach Wien 10, Leibnizgasse 53.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung fand in dieser Wohnung die ganze Familie Zuflucht: Brunos Eltern Samuel und Josefine, Schwester Ernesti­ne mit ihrem Mann Anton Hirsz und die jüngste Schwester Hilda.

Bruno brach bald darauf mit seiner Familie nach Belgien auf, sie lebten für einige Zeit in Antwerpen, bevor sie vor dem deutschen Vormarsch nach Süd­frankreich weiterflohen. Samuel, Josefine und Hilda wie auch Ernestine und ihr Mann flohen später ebenfalls über Belgien nach Frankreich. Doch alle Bemühungen zur rettenden Ausreise schlugen fehl. Samuel Eltbogen wurde in Marseille verhaftet und am 14. August 1942 vom Durchgangslager Drancy bei Paris nach Auschwitz deportiert. Im selben Transport war auch sein Sohn Bruno, der davor im Lager Gurs interniert gewesen war. Auch sein Schwiegersohn Anton Hirsz wurde drei Wochen später von Drancy in den Tod geschickt.

Die Frauen der Familie wurden aus dem belgischen Durchgangslager Mechelen (Provinz Antwerpen) nach Auschwitz deportiert: Ernestine Hirsz am 1. August 1942, Josefine Eltbogen mit ihrer Tochter Hilda am 11. September 1942. Brunos Frau Sara und die vierjährige Tochter Eveline folgten schließlich am 1. Oktober 1942 in die Vernichtung.

Aus dem „SS­-Sammellager Mecheln“ in der Dossin­-Kaserne in der flämischen Stadt Mechelen wurden zwischen Juni 1942 und September 1944 25.257 Jüdin­nen und Juden sowie 351 in der Stadt lebende Roma vor allem nach Auschwitz­ Birkenau deportiert. Etwa 16.000 von ihnen erhielten dort nicht einmal eine Häftlingsnummer, sie wurden wahrscheinlich unmittelbar nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet.

Auch Samuels Geschwister wurden Opfer der Shoa: Mathilde Gelb, geboren 1878, wurde mit ihrem Mann Wilhelm am 23. Oktober 1941 nach Lodz depor­tiert, sein Bruder Philipp mit seiner Frau Blanca und den Töchtern Gertrude und Katharina am 15. Februar 1941 nach Opole.