Die Renovierung

Ende der 1970er Jahre war absehbar, dass sich keine neue jüdische Gemeinde mehr gründen würde. Der IKG Wien, die nur Kosten, aber keinen Nutzen aus dem Gebäude hatte, stellte einen Abbruchantrag.



Aufgrund der Größe und Bedeutung des Gebäudes ließ das Bundesdenkmalamt unter Hofrat Werner Kitlitschka ein Gutachten anfertigen. Die Kunsthistorikerin Renate Wagner-Rieger stellte darin fest: „Insgesamt wird man diesen Bau als ein für die Entstehungszeit außerordentlich charakteristisches Werk zu betrachten haben, das dem Zeitgeschmack, der sich gerne als »Wiener Barock« verstand, eine selbständige künstlerische Lösung abgerungen hat.“

Im Sommer 1980 begannen die Renovierungsarbeiten. Die Bauverwaltung der Stadt St. Pölten übernahm die Bauleitung, das Bundesdenkmalamt die Innenrenovierung. Die prachtvolle Wandornamentik restaurierte die Perchtoldsdorfer Firma Alois Fichtinger unter Anleitung der Restauratorin Heliane Jarisch nach den im Original erhaltenen Schablonen. Der Bildhauer Loidl setzte den Toraschrein instand. Die farbenprächtigen bleiverglasten Fenster konnten nicht gerettet werden, und auch die hebräischen Inschriften in den Vignetten wurden nicht rekonstruiert.

Die Gesamtkosten betrugen 15 Millionen Schilling und wurden vom Bund, dem Land Niederösterreich, der Stadt St. Pölten und der IKG Wien gemeinsam getragen.