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Sigmund
Tieger
03.06.1877
Spitz a.d. Donau
Opole
Kaufmann
Domgasse 7, St. Pölten
20. Mai 1938 nach Schönbrunnerstraße 33, Wien 5 abgemeldet, später Sechskrügelgasse 8, Wien 3; am 26. Februar 1941 nach Opole deportiert
Adolf
Anna
Stern
Marie
Kohn
Friedrich
Herta
Margarete
Egon Kalman berichtete über seinen Onkel Siegmund Tieger, bei dem der Türnitzer während seiner Schulzeit in St. Pölten wohnte, folgendes:
„Was ich über die Familie Tieger weiß, habe ich nur von meinen Eltern gehört, oder nach dem Krieg kam der Sohn Fritz Tieger von Israel für kurze Zeit nach Wien, was er mir dann erzählen konnte. Einige Jahre vor dem Einmarsch kam ein Bursche zu Sigmund Tieger, er suche Arbeit. Er hat nichts zu essen.
Die Firma Tieger war inzwischen vom Geschäft in der Domgasse zu einen Engros Geschäft und auch einem Gemüse-Stand am Domplatz geworden. So bekam [soll heißen: wurde] der Bursche ein Hilfs-Arbeiter beim Gemüse-Stand, am Markt. Als Hitler kam, war natürlich dieser Bursche in SS-Uniform, und weil er das Geschaft übernehmen wollte, gab er den Befehl, das Geschäft zu schliessen. Sobald es geschlossen war, kamen andere SS-Leute, und sagten Mr. Tieger, alles muss offen bleiben, er würde eingesperrt, wenn er nochmals zusperrt. Kurze Zeit nachher kam der feine Bursche, es müsse sofort zugesperrt werden.“

Siegmund Tieger ging am 20. Mai 1938 mit seinen Kindern Herta und Friedrich nach Wien. Am 26. Februar 1941 wurden Siegmund und Herta Tieger nach Opole deportiert.
„Zum Schluß wurde er mit seiner jungen Tochter nach Polen transportiert, wo er so schwach war, daß ihm Hertha, meine Cousine, in einem Kinderwagen führen mußte, bis diese dann ermordet wurden. […] Fritz, der Sohn, ist über die Schweiz nach Palästina gekommen, hat, soviel ich weiß, eine Tochter und hat in Jerusalem gewohnt.“