Geschichte 

1906 wurde neben dem Areal des Stadtfriedhofs in der Karlstettnerstraße der neue Friedhof mit Zeremonienhalle eröffnet. Nationalsozialisten zerstörten 1938 einen Teil der Grabsteine.

Ende 1939 verfügte das Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten, dass „zum Zwecke der Sicherstellung des Besitzstandes der jüdischen Kultusgemeinden“ an den jüdischen Friedhöfen keine Veränderungen vorgenommen werden dürfen.

Durch die Kriegsereignisse 1945 wurden weitere Grabsteine zerstört, die Friedhofsmauer durch Artilleriebeschuss stark beschädigt. 1951 ließ die Stadt St. Pölten die Grabsteine wieder aufrichten. Bei der Rückstellung musste die IKG Wien als Rechtsnachfolgerin die dafür angefallenen Kosten begleichen. Zu weiteren Instandsetzungsarbeiten sah sich die Stadt nicht verpflichtet.

Da nach dem Krieg fast keine Juden mehr in St. Pölten lebten, verwahrloste der Friedhof. Auch die Zeremonienhalle verfiel immer mehr. Die Landeshauptstadt St. Pölten erklärte sich zwar bereit, den aktuellen Zustand des Friedhofs zu erhalten, aber es wären umfangreichere Maßnahmen nötig: Die nur locker aufgesetzten Grabsteine drohen umzustürzen, die Pflege der Wege erwies sich als ungenügend. Auch die Deckplatte des Massengrabs von 223 am 2./3. Mai 1945 in Ybbs-Persenbeug ermordeten ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter/innen sinkt zunehmend ein.