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Dr.
Julius
Berdach
11.11.1864
Tyrnau (Ungarn)
16.03.1943
Theresienstadt
Arzt
Kremsergasse 26, St. Pölten
Schießstattgasse 38, St. Pölten
29. Juni 1938 Umsiedlung nach Neutorgasse 15/7, Wien 1; am 14. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert
Adam Zadik
Julie (Jittel)
Szidon
Olga
Rainer
Irmgard
Michaela
Hans Julius
Dr. Julius Berdach stammte aus Tyrnau (damals Ungarn, heute Slowakei) und studierte in Wien Medizin. Von 1859 bis 1910 leitete er das Spital in Trifail/Trbovlje (heute Slowenien) und war ehrenamtlich als Schularzt tätig. In dieser Zeit machte er sich vor allem bei einer Genickstarre- und Typhusepidemie verdient und publizierte die Erkenntnisse in der „Wiener klinischen Wochenschrift" und anderen Fachzeitschriften.

Zu Kriegsbeginn meldete sich Dr. Berdach freiwillig zum Dienst und leitete 1914/15 das Militärspital Stockerau. 1916 war er vier Monate lang Leiter des militärischen Flecktyphusspitals in Gröding und kam anschließend als Chefarzt an das Kriegsspital St. Pölten. Ab 1916 war er auch Kassenarzt der örtlichen Kreiskrankenkasse.

1933 wurde er zum Medizinalrat ernannt. Bei den Patienten war er außerordentlich beliebt, so dass manche, die aus dem Einzugsbereich der St. Pöltner Kasse wegzogen, weiterhin von Dr. Berdach behandelt werden wollten.

Am 29. Juni 1938 zogen Julius und Olga Berdach nach Wien, wo sie mit acht weiteren Personen, darunter auch die verwitwete Tochter Michaela Ellyson und Enkeltochter Agnes, in einer Sammelwohnung in der Neutorgasse 15/7 lebten.

Julius und Olga Berdach wurden am 14. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert und ermordet. Tochter Michaela Ellyson (Edelstein) und ihre Tochter Agnes wurden am 17. Juli 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Das Schicksal der Kinder Hans Julius und Irmgard ist ungewiss.